Realsatire von Felix Mittere

Gott Vater ist seiner Schöpfung, der Menschheit, überdrüssig und will sie vernichten. Er ruft Jesus den Sohn, den Heiligen Geist und Satan zusammen, um im letzten Gericht über die Zukunft der Menschheit zu verhandeln.

Bevor die Verhandlung allerdings ernsthaft beginnen kann, verstricken sich die vier grundverschiedenen Charaktere in recht irdisch-menschlich anmutenden Konflikten und persönlichen Beleidigungen. Satan, der neben dem Sohn gekommen ist, um für die Menschen zu sprechen, konfrontiert Gott mit der Aussage, dass er die Menschen nach seinem Abbild geschaffen hat, und bringt ihn schließlich dazu, vor seiner Macht zu kapitulieren. In dem Moment, in dem der Sohn äußert, dass sie versagt haben und es nicht gerecht ist, das Ebenbild zu töten, erscheint die Mutter Gottes und rückt das göttliche Gefüge und die Menschheit in ein ganz neues Licht. Es ergibt sich eine Diskussion über Männlich und Weiblich im Himmel und auf Erden und die Frage nach der Vernichtung der Menschheit wird zunächst vertagt.

Felix Mitterers „komödiantisches Mysterium“ bietet einen kritischen – auch sehr humorvollen Blick auf Kirche, Glauben und Machtverhältnisse.