Am Erntedankfest, Sonntag 6. Oktober, enden um 16.30 Uhr die Konzerte für Spaziergänger 2019 in der zum Erntedankfest geschmückten Kirche zu Bergkirchen. Zu Gast sind der Soloklarinettist der Bayerischen Staatsoper München Markus Schön, Professor für Klarinette an der Universität der Künste in Graz, und die Dozentin für Klavier der Musikhochschulen Hannover und Bremen Yasko Linnartz. Auf dem Programm steht von Franz Schubert die Sonate D 821 „Arpeggione“ arrangiert für Klarinette und Klavier und das Impromptu op. 90 Nr. 2 Es-Dur. Von Arvo Pärt ist das Werk „Spiegel im Spiegel“ zu hören und von Hermann Zillcher das „Schmerzliche Adagio“ op. 49. In den Bereich des Jazz und der brasilianischer Folklore führt Darius Milhaud „Scaramouche“ op. 165d.

“An Schönheit, Fülle und Lieblichkeit des Tons in der Höhe der Hoboe, in der Tiefe dem Bassetthorn ähnlich.“ Welches Instrument vermag diese Eigenschaften am besten zu vereinen? Vielleicht die Klarinette! Das Instrument aber, das hier in einem zeitgenössischen Zeitungsbericht charakterisiert wurde und bald nach Franz Schuberts Tod ausgestorben war, ist der Arpegggione, ein Streichinstrument mit sechs Saiten in Gitarrenstimmung und mit Gitarrenbünden. Schubert widmete seine Arpeggione-Sonate dem führenden Arpeggione-Virtuosen der Wiener Salons und schuf doch ein die Zeiten überdauerndes poetisches Meisterwerk. Auch Schuberts Impromptus übertreffen bei weitem die Erwartungen, die das Publikum an das damals modische Genre des Charakterstücks gehabt haben mag. So elegant perlend das Es-Dur-Impromptu beginnt, so unversöhnlich endet es, indem es das Thema des schroffen Mittelteils wieder aufnimmt.

Arvo Pärts „Spiegel im Spiegel“ basiert nicht nur in der Konstruktion der Melodiestimme auf Spiegelungen. Ähnlich dem Phänomen, wie durch zwei „sich anschauende“ Spiegel ein unendlicher Raum eröffnet wird, öffnet sich in diesem Werk ein unendlicher Raum.
Die Antwort auf die Frage, ob Hermann Zilchers 1922 entstandenes „Schmerzliches Adagio“ wirklich schmerzerfüllt ist, oder eher allzu schmerzlich und damit als augenzwinkernder Witz gemeint ist, sei dem Publikum überlassen.

Darius Milhauds „Scaramouche“ dagegen sprüht vor Lebensfreude. Das Klavier wird häufig als Schlaginstrument eingesetzt für Rhythmen, die aus Ragtime, Jazz und brasilianischer Folklore stammen. Milhaud schrieb über die Figur der Commedia dell’arte, die seinem „Greatest Hit“ den Namen gab: „Scaramouche ist der König der Aufschneider (…) und bucht jede Niederlage als Sieg.“

Weitere Informationen erhält man unter: www.bergkirchen.net

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