Von Uwe Voehl. Illustriert von Ulrich Tasche.

„Na, alles paletti?“

„Null Problemo!“ Jörgis Augen strahlen mich an, als wir uns auf dem Wochenmarkt treffen. „Sagt zumindest mein Handyhändler. Das Kabel ging nicht mehr in die Handybuchse. Ist wohl etwas Staub drin, sagt er. Soll ich zu Hause einfach mal mit einem Zahnstocher rauspokeln.“

Eine Woche später: „Alles behoben mit deinem Handy?“
„Ne, hab wohl ein bisschen zu viel gepokelt. Jetzt brauch ich eine neue Buchse. Ist aber schon bestellt und wird heute Nachmittag eingebaut. Null Problemo!“
„Na dann …“

Zwei weitere Wochen später: „Ich habe versucht, dich gestern anzurufen, aber …“
Jörgis Augen strahlen längst nicht mehr. „Erinnere mich ja nicht da dran! Die Buchse kommt erst aus China. Null Problemo, sagt mein Händler.“

Zwei Monate später. Ich wage kaum noch, Jörgi anzusprechen. „Der Typ behauptet, in China sei ausgerechnet die Fabrik abgebrannt, bei der er die Buchse für mein Telefon bestellt hat. Jetzt will er mir ein neues Handy andrehen. Macht null Problemo, behauptet er. Kostet nur zehnmal so viel wie die Reparatur.“
„Und? Hast du’s gekauft?“
„Heiß ich Elon Musk? Als kostenbewusster Lipper warte ich natürlich, bis die in China die Fabrik wieder hochgezogen haben. Geht ja immer ratzfatz bei denen. Null Problemo, sagt mein Händler. Und du so? Hast du denn schon einen Impftermin?“
„Noch nicht. Aber: Null Problemo“, sagt jedenfalls mein Hausarzt.

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