Portaitbild von Michael Feiler in Bad Salzuflen
Seit Oktober im Amt: Bad Salzuflens Kurdirektor Michael Feiler. // Foto: Rainer Tautz

Holzbildhauer, Architekt, Stadtplaner, Kurdirektor: Michael Feiler hat in seinem Leben schon so einiges bewegt, gestaltet und gemanagt. Und rumgekommen ist er auch. Franken, Kassel, die Lausitz, Hamburg und Basel zählen zu den Stationen, an denen der 53-Jährige bisher gewirkt hat. Seit Oktober ist Feiler als Kurdirektor unserer Stadt tätig. Auch für Bad Salzuflen hat er sich viel vorgenommen. Allerdings will er die Aufgaben nicht im Alleingang lösen, sondern in Kooperationen. Das entspricht eher seinem Naturell.

Hallo Herr Feiler, Sie sind seit etwas mehr als einem Monat im Dienst. Was haben Sie schon bewegt?
Ich bin noch im Aufnahmemodus. Woche für Woche lerne ich sehr viele Menschen, Unternehmen und Organisationen kennen. Dazu führe ich viele Gespräche mit den Mitarbeitenden. Von allen bekomme ich gespiegelt, wie sie das Staatsbad und das Stadtmarketing in den vergangenen Jahren erlebt haben. Was gut war, was besser laufen kann und welche Ziele ihrer Meinung nach überhaupt angepeilt werden sollten. Aus all diesen Meinungen und Erfahrungen ziehe ich das Essenzielle heraus, um daraus mögliche Handlungslinien zu entwickeln.

Da gibt es sicher auch gegensätzliche Erwartungen …
Wenige. Der Regelfall ist eher so, dass sich die meisten Aussagen bestätigen und sich Kernpunkte herauskristallisieren. An die müssen wir ran. Diese Punkte müssen wir im Team aufgreifen und erledigen.

Und wie?
Indem wir die Probleme und Wünsche mit der Verwaltungsspitze erörtern und abstimmen, um daraus gemeinsam eine Haltung zu entwickeln. Aus dieser Haltung heraus werden dann Handlungen generiert.

Aber erst nach dem genannten Aufnahmemodus?
Na ja, ich bin auch schon jetzt aktiv an vielen konkreten Aufgaben dran. Denn über die Aufnahme kommt man immer mehr ins Handeln. Das Thema Kurhaus beschäftigt uns natürlich besonders stark. Und auch am Vitalzentrum sind wir dran. Hier ist mir besonders wichtig zu verstehen, wie der Betrieb noch besser zu organisieren ist.

Das bezieht sich auf die gesundheitlichen Angebote?
Nicht nur. Ebenso wichtig ist es, wie die gesundheitlichen Angebote mit dem Tourismus verknüpft sind und wie das Team vor Ort funktioniert. Haben die Kolleginnen und Kollegen dort alles, um optimal arbeiten zu können? Und wie fühlen sie sich?

Letzteres könnte auch aufgrund der anstehenden Umstrukturierung relevant sein.
Richtig. Und die betrifft alle Kolleginnen und Kollegen des Staatsbades. Denn der größte Teil der Mitarbeitenden wechselt ja zur Stadt. Das Vitalzentrum bleibt dagegen als selbstständig unternehmerische Einheit Staatsbad GmbH erhalten. 

Welche Themenfelder stehen noch ganz oben auf der Agenda?
Selbstverständlich die Digitalisierung, der Gesundheitscampus und auch die Unterstützung der einzelnen Akteure, die unsere Stadt sowohl für Gäste als auch für Einheimische interessant machen. Wie ich festgestellt habe, gibt es da eine ganze Menge.

Große Herausforderungen für einen Kurdirektor …
… der das alles ja nicht alleine stemmen muss. Und auch nicht kann. Ich habe ein sehr gutes Team und der Austausch mit der Verwaltung funktioniert ebenfalls hervorragend. Nicht umsonst pendele ich häufig zwischen dem Kurgastzentrum und dem Rathaus hin und her. Die enge Verzahnung mit der Stadtverwaltung wird ja auch noch dadurch manifestiert, dass ich als Beigeordneter künftig den Fachbereich1 „Gesundheit, Tourismus und Kultur“ leiten werde.

Das hört sich nach viel Arbeitsteilung an.
Vor allem aber nach echter Zusammenarbeit – die ist mir wichtig. Daher bevorzuge ich auch einen kooperativen Arbeitsstil. Nach meiner Erfahrung entstehen wirklich gute Dinge ohnehin meist aus Kooperationen. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass man selbst auch nur ein Teil des Ganzen ist. Unabhängig davon, welche Aufgaben man übernimmt oder welche Verantwortung man trägt. Ein kooperativer Arbeitsstil bedeutet also auch, von „wir“ und von „uns“ zu sprechen. 

Und das zum Wohle der Stadt.
Selbstverständlich. Ganz oben steht die Stadt Bad Salzuflen. Aber die gesamte Stadt, nicht nur das Zentrum. Als Architekt und Stadtplaner weiß ich, wie wichtig es ist, alle Ortsteile mitzunehmen und in die Bemühungen um mehr Attraktivität einzubeziehen. Dieser Fokus wird vom Bürgermeister ja auch so gesetzt.

Dennoch keine leichte Aufgabe.
Leicht möglicherweise nicht, aber auch nicht schwerer als in vielen anderen Kommunen. Ich sehe das eher sachlich. Zudem habe ich festgestellt, dass die Bürgerinnen und Bürger fast jeder Stadt glauben, dass es bei ihnen besonders schwer sein muss, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen.

Nach Hamburg, Heidelberg und Basel haben Sie zuletzt in Bad Neustadt gearbeitet. Nun in Lippe. Zieht es Sie in den ländlicheren Raum …
Wieso ländlich? Ich habe den Eindruck, dass die Region um Bad Salzuflen sehr dicht besiedelt ist. Herford ist gleich nebenan, Detmold ist auch nicht so klein und Bielefeld ist ganz in der Nähe. Das kenne ich aus meiner fränkischen Heimat so nicht. Für mich ist das hier schon eine recht große Agglomeration. 

Unterscheiden sich Ihre Aufgaben hier von denen, die Sie aus Bad Neustadt kennen?
Das Spektrum ist das gleiche: Ich war auch in Franken im Veranstaltungsmanagement, in der Kurdirektion und in der Stadtverwaltung tätig. Hier hat alles nur eine größere Dimension.

Die Lipper gelten als speziell. Ist Ihnen das schon aufgefallen?
Auch hier gilt: Wohin ich auch komme, meinen alle, ihre Leute wären besonders schwierig. Das haben mir auch schon die Heidelberger, die Baseler und die Menschen in der Lausitz gesagt. Und mit allen bin ich klargekommen. 

Die lippische Sturheit ist Ihnen also noch nicht begegnet?
Nein. Allerdings habe ich festgestellt, dass es in Lippe eine sehr starke Identifikation mit der Region gibt. Und das finde ich richtig gut. Denn das ist ein echter Wert, aus dem man etwas machen kann.

Was hat Sie noch dazu bewogen, nach Bad Salzuflen zu kommen?
Ich finde es super spannend hier. Die Ausgangssituation, die Dimensionen, die Ziele und die Kompetenz vor Ort: Alles passt. Vor allem freue ich mich, dass man hier wirksam werden kann und soll. Schließlich will ich etwas umsetzen. Übrigens ist das auch so eine Sache. Ich habe in einigen Gesprächen herausgehört, dass viele meinen, in Bad Salzuflen passiere zu wenig. Mein Eindruck ist ein anderer. Hier passiert sehr viel. Und das in zahlreichen Bereichen. Vielleicht muss man das Gute nur etwas sichtbarer machen. Für Einheimische und Gäste.

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