3 + 2 Fragen an Schützenkönig Sascha Ruge

König für zwei Jahre

Sascha Ruge

Seit einigen Wochen der König der Salzufler Schützen: Sascha Ruge.

Selbstständiger, Fußballcoach und jetzt auch noch Schützenkönig. Sascha Ruge rührt in vielen Pötten. Im Interview erklärt er uns, dass das eine das andere nicht ausschließen muss. Und dass ein Schützenverein weit mehr sein kann, als Marschmusik und Bier vom Fass.

 

Sascha, wie wird man Schützenkönig? Oder besser gefragt: Warum wird man Schützenkönig?
Über das Wie entscheidet das Königsschießen, das alle zwei Jahre eine Woche vor dem großen Schützenfest stattfindet. Das Warum muss jeder Schützenkönig und auch jeder Schütze für sich selbst beantworten. Für mich war es schon als Kind immer ein Traum, einmal in meinem Leben Schützenkönig zu werden. Am liebsten hätte ich diesen Traum schon vor einigen Jahren in die Tat umgesetzt, als mein Vater noch lebte. Er selbst war bis zu seinem Tod – im Januar 2012 – 48 Jahre lang bei den Schützen und wäre heute bestimmt ziemlich stolz auf seine Söhne. Denn auch mein Bruder Alex ist mit vollem Herzen dabei – als Spieß der Altstadtkompanie.

König, Spieß und Kompanie – gehören diese Begriffe nicht längst in ein Antiquariat und andere Epochen?
Kann sein, dass diese militärischen Bezeichnungen dem einen oder anderen altmodisch oder sogar albern vorkommen. Tatsache ist aber auch, dass die Schützen einst auch für die Verteidigung der Stadt gesorgt haben und unsere Tradition bis in diese Zeiten zurückreicht. Da können wir heute wohl kaum sagen, dass unser Verein aus einer Bastelgruppe entstanden ist. Aus den militärischen Aufgaben ist allerdings längst ein Schießsport geworden, der sich nicht gegen Menschen richtet, sondern die Menschen zusammenbringt.

Tradition ist bei den Schützen das Wichtigste?
Ob das Wichtigste oder das Zweitwichtigste, darauf will ich mich nicht festlegen. Aber die Tradition dient nicht allein dem Selbstzweck. Sie wird bei den Schützen immer mit Kameradschaft, Zusammenhalt und Unterstützung verbunden. Wer will dagegen etwas haben?!

Aber das mit dem Zusammenhalt wird bei sinkenden Mitgliederzahlen auch immer schwieriger, oder?
Ich glaube, dass es heute alle Vereine schwer haben, neue und vor allem junge Leute für ihre Angebote zu begeistern. Auch die Schützen bilden da keine Ausnahme – im Gegenteil. Allerdings wird unser Angebot neben dem Schießsport immer größer und für immer mehr Menschen interessant. Bei vielen Veranstaltungen kann die ganze Familie teilnehmen, bei unseren Schießwettbewerben sind Frauen selbstverständlich mit dabei und bei unseren Festen ist jeder willkommen.

Und was macht der König, wenn kein Schützenfest ist?
Dann führt er ein ganz normales Privatleben, das natürlich durch die Selbstständigkeit, meine Fußballtrainertätigkeit und mein Amt bei den Schützen in den nächsten zwei Jahren durchaus etwas eingeschränkt wird. Doch es gibt viele Menschen, die mir bei meinen Aufgaben als König helfend zur Seite stehen. Außerdem teilt meine Frau Britta meine Begeisterung für die Schützen, so dass wir viele Termine gemeinsam wahrnehmen können. Das macht vieles einfacher.

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