Mut, Herz und Verstand: Interview mit Jennifer Westfeld

Interview mit Jennifer Westfeld, Leiterin der Thalia-Filiale in Bad Salzuflen

Vor wenigen Jahren wechselte Jennifer beruflich von der Gastronomie in den Buchhandel; heute leitet sie die Thalia-Filiale in der Langen Straße. // Foto: ta

Man muss schon zweimal hinsehen, um sie wiederzuerkennen. Oder um sie überhaupt zu finden. Jennifer Westfeld hat sich enorm verändert – körperlich und sicherlich auch mental. Denn anders ist der Kraftakt zugunsten der eigenen Wohlfühlfigur nicht erklärbar. Was geblieben ist, ist ihre große Liebe zum Buch. Und auch ihr Mut für Herausforderungen. Vor wenigen Jahren wechselte Jennifer beruflich von der Gastronomie in den Buchhandel; heute leitet sie die Thalia-Filiale in der Langen Straße. Wir haben uns gefreut, dass uns die sympathische Salzuflerin für das aktuelle Interview zur Verfügung stand.

Hallo Jennifer, bist du es wirklich?
Na klar. Nur ein bisschen weniger.

Wie viel weniger, wenn man fragen darf? Und, was ist passiert?
Ich habe in neun Monaten rund dreißig Kilogramm verloren. Weil ich es wollte, und weil ich hart dafür gearbeitet habe.

Wie lautet dein Erfolgsrezept?
Viel Disziplin und noch mehr Bewegung. Allerdings habe ich auch Unterstützung bekommen. Lea Wilhelm vom Fitnessstudio Kingdom of Sports hat mich während der gesamten Zeit gecoacht, trainiert und vor allem motiviert. Mit und dank ihr habe ich ein ziemlich strammes Gewichtsreduktionsprogramm durchgehalten.

Du kannst stolz auf dich sein!
Oh ja, das bin ich auch. Ich habe mittlerweile sogar ein Glückstagebuch mit älteren Fotos von mir. Die schaue ich mir immer wieder gern an. Besonders dann, wenn ich mal einen Durchhänger habe und sich die alten Gewohnheiten wieder lautstark melden. Ich bin sehr glücklich über das Resultat, da mir heute vieles leichter fällt und sich meine Gesundheit fühlbar verbessert hat. Ich habe keine Rückenschmerzen mehr und erlebe ein ganz neues Körpergefühl.

Auch beruflich läuft’s bei dir. Du arbeitest in deinem Traumberuf?
Das kann man so sagen. Durch Zufall bin ich vor viereinhalb Jahren zur Thalia Buchhandlung in der Langen Straße gekommen. Für mich war das ein absoluter Glücksgriff, da ich hier meine Leidenschaft für das Lesen zum Beruf machen konnte. Außerdem habe ich schon immer gern mit Menschen zu tun gehabt. Meine berufliche Laufbahn habe ich mit einer Ausbildung zur Hotelkauffrau begonnen, das war auch nicht schlecht. Doch im Buchhandel hatte ich mit einem Mal beides: Die Menschen und die Bücher.

Was fasziniert dich an Büchern?
Mittlerweile alles. Früher habe ich nur Krimis und Thriller gelesen, heute vertiefe ich mich auch gern mal in historische Romane, Sach- und Jugendbücher. Lesen erweitert den Horizont, füttert den Verstand und steigert das Allgemeinwissen. Mein Lieblingszitat lautet: „Wer sagt, er hat nur ein Leben, der hat noch kein Buch gelesen.”

Mehr als 70.000 neue Titel werden jedes Jahr auf den deutschen Buchmarkt gespült. Wie hält man sich bei dieser Menge auf dem Laufenden?
Natürlich können meine Kolleginnen und ich nicht alles lesen. Aber wir bemühen uns immer, den Überblick über die wichtigsten und vielversprechendsten Titel zu behalten. Ich bin längst auf Hörbücher umgestiegen, die ich auf meinem Handy überallhin mitnehmen kann.

Welche Chancen hat der stationäre Buchhandel im Amazon-Zeitalter?
Wir bei Thalia leben vor allem von unseren Stammkunden, die jede mögliche Altersklasse abdecken. Ich bin immer wieder überrascht, wie viel noch gelesen wird. Besonders zur Weihnachtszeit kommen Eltern und Großeltern mit langen Wunschlisten zu uns, um ihren Kindern hier ihre Träume aus Papier erfüllen zu können. In Bad Salzuflen gibt es zudem noch viele Menschen, die den stationären Handel unterstützen. Tatsächlich kennen wir einige Kunden, die erst an einem Buch riechen müssen, um es kaufen zu können. Wenn sie dann auch noch eine persönliche und ehrliche Empfehlung eines Buchhändlers bekommen, sind sie glücklich.

Hast du ein Lieblingsbuch?
Oh ja: Die Bücherdiebin von Markus Zusak. Eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, die aus der Sicht des Todes erzählt wird. In der Gestalt eines schwarzen Mannes fliegt der Tod übers Land, um die Verstorbenen einzusammeln. Der Roman handelt von Freundschaft, Loyalität und Toleranz – extrem wichtige Themen.

Seit Kurzem leitest du die Filiale in Bad Salzuflen. Also auch auf diesem Gebiet könnte es nicht besser laufen. Wie sehen deine Pläne aus?
Die Leitung habe ich nur für einen befristeten Zeitraum übernommen. Mein Ziel ist es, einfach weiterhin meinen Job zu meistern. Noch wichtiger aber ist es für mich, meinen Kindern immer ein glückliches Zuhause bieten zu können. Ich hoffe, dass sie mich auch später an ihren hoffentlich glücklichen Leben teilhaben lassen – als Mutter und Freundin.

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schrieb am

Ich finde die Frau klasse was die gemacht hat. Viel Erfolg für die Zukunft

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