Barrierefreier Zugeinstieg in Bad Salzuflen und Schötmar

v.l.: Christian Manz (VVOWL), Rolf Oberweis (Stadt Bad Salzuflen), Volker Heuwinkel (CDU-Bürgermeisterkandidat), Martin Nowosad (Bahnhofsmanager der DB) und Kai Schulte (VVOWL) Foto:pk

v.l.: Christian Manz (VVOWL), Rolf Oberweis (Stadt Bad Salzuflen), Volker Heuwinkel (CDU-Bürgermeisterkandidat), Martin Nowosad (Bahnhofsmanager der DB) und Kai Schulte (VVOWL)
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Streik, Verspätungen oder Zugausfälle: So manches Hindernis bleibt Bahnfahrenden leider nicht erspart. Ganz andere Hürden konnten in Bad Salzuflen und Schötmar nun aber aus dem Weg geräumt werden: Bahnsteig und Zugeinstieg sind jetzt ebenerdig. Möglich gemacht hat das ein Pilotprojekt des VerkehrsVerbunds OstWestfalenLippe und der Deutschen Bahn.

Gerade einmal ein Jahr verging, bis aus der 2014 entstandenen Idee ein erhöhter Bahnsteig wurde. Der zuvor gesetzte Zeitrahmen wurde so fast optimal eingehalten, wobei Plananpassungen nur durch Entwässerungs- und Untergrundarbeiten nötig wurden. Gut 850 Passagieren kommt der angepasste Bahnsteig allein in Bad Salzuflen zugute. Ein Vorteil, der die Attraktivität Bad Salzuflens als Kurstadt deutlich steigern und der wachsenden Zahl an Bahnreisenden gerecht werden soll. Bereits im Vorfeld wurden, vor allem in Schötmar, Arbeiten am Bahnhof vorgenommen: So wurde sowohl eine dynamische Fahrbahnauskunft als auch ein neues Lichtsystem nachgerüstet.

Jetzt wurde auch dem vermehrt geäußerten Wunsch der Öffentlichkeit nach Barrierefreiheit nachgegangen. Um Zeit- und Kostenzu reduzieren, wurde erstmals die Modulbauweise genutzt. Dabei wurden im laufenden Betrieb Fertigbauelemente inklusive Bodenbelag und taktilem Leitsystem für sehbehinderte Fahrgäste angeliefert und auf das bestehende Fundament gesetzt. Anders als bei der konventionellen Bauweise, konnte so die vorhandene Infrastruktur genutzt werden. In Schötmar und Bad Salzuflen zusammen wurde auf diese Weise eine Einsparung von gut 180 000 Euro möglich. Die Zeitersparnis gegenüber dem konventionellen Verfahren lag bei 50 %; auch die Instandhaltung des neuen Bahnsteigs ist erheblich einfacher: Durch den Einsatz großer Bauteile wurde ein Wildkrautproblem ausgeschlossen. Auch in Qualität und der zu erwartenden Lebensdauer von 30 Jahren steht die neue Bauweise der konventionellen in nichts nach.

Die vergleichsweise kleine Maßnahme brachte somit einen großen Effekt, denn mit Hilfe von Rampen, die den Abstand zwischen Bahnsteig und Zug überbrücken, ist ein uneingeschränkt barrierefreier Zugang ermöglicht worden. Ein Pilotprojekt, das bereits das Interesse anderer Regionen geweckt hat und dessen Ergebnis am 30. Juli stolz von Vertretern der Stadt, des VVOWL und der Deutschen Bahn präsentiert werden konnte.

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