08.08.2015 // Mondscheinkonzert: „Laue Sommernächte …”

Foto: ta

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Laue Sommernächte vom Leben, Lieben und Feiern. Das, was etwas anders auch für das Weinfest-Spektakel auf dem Salzhof gelten könnte, ist der programmbeschreibende Untertitel für die Mondscheinkonzerte in Bergkirchen. Und der passt ziemlich gut.

Vier Konzerte in vier Wochen präsentiert die musikalische Kirchengemeinde dem dankbaren Publikum, das in Scharen in das verschlafene Bergdorf pilgert. Das Angebot ist reich an Klasse, Qualität und Vielseitigkeit – und damit also immer und allemal eine Reise über den Hollenstein wert.

Beim dritten Mondscheinkonzert waren Künstler zu Gast, die sich aus dem internationalen ensemble vinorosso rekrutierten. Bis zu 30 Musikerinnen und Musiker stehen dem Ensemble zur Verfügung; in Bergkirchen spielte die Trio-Besetzung auf – eine viel größere Besetzung hätte in die rappelvolle Kirche auch nicht hineingepasst.

Auf dem Programm stand vor allem Musik aus Osteuropa: Schräge Rhythmen, virtuose Soli, temperamentvolle Tänze und melancholische Melodien aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Was sich zunächst sehr exotisch ankündigte und aus dem kleinen Programmheft als Waltz, Swing und Improvisation zumindest erahnen ließ, entwickelte sich während der rund einstündigen Veranstaltung zu einem wohlklingenden Konzert mit eingängigen Melodien und spannenden Klangwelten. Florian Stubenvoll ist nicht nur Kopf des ensembles vinorosso, sondern auch ein Virtuose auf der Klarinette und der Querflöte. Der gebürtige Liverpooler Mike Turnbull zeigte sich als hochsensibler Perkussionist, der selbst einer brasilianischen Berimbau (eine Art Flitzebogen mit angetackertem Wespennest) wunderbare Klänge und schmissige Rhythmen entlocken kann. Claudia Iserloh glänzte am Akkordeon mit leisen und dominanten Tönen, mit gefühlvollem Spiel und druckvollem Tempo.

Wer es wagt, sich auch einmal auf ungewöhnliche Klänge, weit ab von Helene Fischer und DJ Ötzi, einzulassen, der wird bei den Mondscheinkonzerten in Bergkirchen immer wieder aufs Neue belohnt. Und das hat sich bereits herumgesprochen. ta

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