1.9.2016 // Physical Graffiti

Led Zeppelin Tribute

Foto: ta

Sechzehn Songs in knapp 140 Minuten. Led Zeppelin wurden zu einer Zeit eine große Nummer, in der beim Jammen oder während des Solos nicht auf die Uhr geschaut wurde. Die international besetzte Tribute-Band Physical Graffiti feierte die Songs der britischen Rockpioniere entsprechend ausladend – und damit umso authentischer.

Fast jeder, der in diesem Jahr mindestens 25 Kerzen auf der Geburtstagstorte ausblasen muss, hat bereits Berührungspunkte mit der Musik von Led Zeppelin gehabt. Doch meistens, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Band von Robert Plant, Jimmy Page, John Paul Jones und John Bonham existiert zwar schon seit 36 Jahren nicht mehr, doch ihre Einflüsse sind noch heute überall dort wahrnehmbar, wo noch echte Musik gespielt, gehört und aufgelegt wird. Sogar der Hiphop hat sich am Nachlass der Briten mehrfach bedient – so wie Puff Daddy, der mit dem Riff von Kashmir seinem Godzilla-Song Come With Me die nötige Bösartigkeit verpasste.

Beim Konzert von Physical Graffiti funktionierte Kashmir als gelungener Schlussakkord eines großartigen Konzerts, das mit der Led-Zeppelin-Hommage an Little Richard, Rock and Roll, einen schmissigen Start hinlegte. Dazwischen gab es ein Best-Of-Programm, das weder Kenner noch Späteinsteiger enttäuscht haben dürfte. Stairway to Heaven, Dazed und Confused und Whole Lotta Love gab es ebenso aufs Trommelfell wie Black Dog, Ramble On und No Quarter.

Zur Band: Wäre Led Zeppelin kein einzigartiges Phänomen gewesen, hätte die Band keine 300 Millionen Alben verkauft. Also verbietet sich jeder Vergleich von selbst. Doch zumindest sei erwähnt, dass es den fünf Musikern von Physical Graffiti hervorragend gelang, den Spätgeborenen eine ungefähre Ahnung davon zu geben, welche Begeisterung die Musik der Rock-Prog-Folk-Pioniere einst ausgelöst hatte. Der Sound war zwar etwas dünn, aber das Spiel war virtuos. Und Frontmann Andrew Elt ließ tatsächlich optisch wie akustisch zaghafte Vergleiche mit Robert Plant zu. ta

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