Marlene Dietrich und Édith Piaf waren in den Schwarz-Weiß-Zeiten des 20. Jahrhunderts unbestrittene Weltstars. Und obwohl die beiden Frauen unterschiedlicher nicht hätten sein können, verband sie doch eine jahrzehntelange, innige Freundschaft. Diese Verbindung bot seinerzeit reichlich Futter für Klatsch und Tratsch. Und auch in der Nachbetrachtung liefert sie noch viel Drama für Spekulationen und großes Theater.

Als fesche Lola, „der Liebling der Saison“, wurde Marlene Dietrich 1930 zur Sensation. Zunächst in Deutschland und noch im selben Jahr in den USA. Der blaue Engel folgte sowohl den Rufen Hollywoods als auch denen des bereits dorthin emigrierten österreichischen Star-Regisseurs Josef von Sternberg. Und obwohl ihre Filmkarriere in den folgenden Jahren durchaus einige Dellen bekam, etablierte sich Marlene Dietrich als glamouröser Weltstar.

1947 folgte ihr der kleine Spatz (la môme piaf) aus Paris. Auch Édith Piaf, die eigentlich Édith Giovanna Gassion hieß, wurde es in ihrem Heimatland schnell zu eng. Nach großen Erfolgen, aber auch nach undurchsichtigen Verwicklungen wollte die 32-jährige Chanteuse ebenfalls die USA erobern. Doch wie sich schnell herausstellte, haben die Amerikaner nicht gerade auf die Französin gewartet. Der Start war mehr als holprig und die Piaf bald am Boden zerstört.

Eine gute Freundin wurde dringend benötigt. Ein Mensch, der die Europäer kennt und auch die Amis versteht. Mit Marlene Dietrich trat genau diese Person ins Piaf‘sche Leben ein. Und kurze Zeit später pfiffen die Amerikaner tatsächlich die Melodie von La Vie en Rose. So viel ist historisch belegt.

Wie sich die Beziehung zwischen Marlene Dietrich und Édith Piaf dann tatsächlich entwickelte und welche Gefühle dabei im Spiel waren, bleibt indes dem Reich der Spekulationen vorbehalten. Zwar hatten sich beide Diven gegenüber Bekannten und in ihren Memoiren immer wieder zu dieser Verbindung geäußert. Doch ob auch – einseitig oder beidseitig – Liebe im Spiel war, weiß man bisher nicht. Ohnehin wäre eine Liebesbeziehung der beiden Ikonen heute weitaus weniger sensationell als damals. Dennoch ist der Theaterstoff von Spatz und Engel äußerst interessant. Umso mehr, da auch beide Biografien zwar unterschiedlich, aber ähnlich tragisch endeten. Drama, etwas Theater und viel Musik.

 

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