Innenstadt bewegt: Strafe muss sein?

Nachwirkungen vom Salzsiederfest

Salzsiederfest

Eine attraktive Innenstadt lebt vom gesunden Einzelhandel. Der gesunde Einzelhandel hängt an der Attraktivität seines Standortes: So schließt sich der Kreis.

Aktuell erhält dieser Kreis in Bad Salzuflens Innenstadt unschöne Beulen, denn das Verhältnis einiger Einzelhändler zur Verwaltung ist seit dem letzten Salzsiederfest etwas gestört. Der Vorwurf: Fehlendes Fingerspitzengefühl. Worum geht es? Der innerstädtische Salzufler Einzelhandel leidet: Aktuell unter den Auswirkungen der Baumaßnahmen in der Fußgängerzone und generell unter den angestaubten – aber immer noch gültigen – Ladenöffnungszeiten, die seit 2008 nur noch vier verkaufsoffene Sonntage erlauben. Da staunt der urlaubende Salzufler in der Sommerfrische an Nord- und Ostsee, was in anderen Bundesländern möglich ist.

So locken natürlich Tage wie der Sonntag beim Salzsiederfest – wenn die Innenstadt vor Besuchern nur so strotzt. Dumm nur: Seit zwei Jahren gibt es den verkaufsoffenen Sonntag zum Salzsieder nicht mehr. Seitdem gilt für diesen einen Sonntag im Jahr die Regel, dass Einzelhändler eine Standfläche vor ihrem Laden bei der Werbegemeinschaft anmelden (und bezahlen) können und damit unter die sogenannte Marktfestsetzung des Stadtfestes fallen. Wer das nicht tut, darf an diesem Tag keine Waren verkaufen – im Gegensatz zu Schaustellern, fliegenden Händlern oder auch den Beschickern des Flohmarktes auf dem Telekom-Platz – der ist vielen Einzelhändlern (wie Anliegern und Verkehrsteilnehmern) ohnehin schon ein Dorn im Auge. Denn dessen Quote an Neuware liegt nach Einschätzung vieler Einzelhändler deutlich über dem, was für einen Flohmarkt angemessen ist.

Wer am Salzsieder-Sonntag 2013 seinen Laden öffnete, bekam Post von der Stadtverwaltung. Mehr als die Hälfte der angeschriebenen Läden musste ein Bußgeld berappen – im Wert von zehn mal Falschparken. Eine Ermahnung und die Aufforderung, das Geschäft sofort zu schließen, hätte es nach Auffassung der Betroffenen durchaus auch getan. Eben das berühmte Fingerspitzengefühl. Vielleicht hapert es aber auch an der Kommunikation zwischen denen, die den Handel vertreten wollen und denen, die Recht und Gesetz vertreten müssen. Bleibt einfach zu hoffen, dass nächstes Mal eine klare Ansage im Vorfeld erfolgt und die Einzelhändler öffnen dürfen, während die Stadtverwaltung ihre Freizeit genießen kann.

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