Interview mit Sven Deutschmanek: Der Wert-Schätzer

Bares für Rares

Foto: cmm

Hauptberuflich hat er es mit alten Schätzchen zu tun. Zudem schätzt er auch unsere schöne Stadt: Sven Deutschmanek ist Neu-Salzufler und Antiquitäten-Experte in der erfolgreichen TV-Sendung Bares für Rares (derzeit viermal täglich bei ZDF und ZDF NEO). Moderiert von Horst Lichter, lassen Menschen ihre Familienerbstücke und Dachbodenfunde begutachten, um sie anschließend fünf potenziellen Käufern anzubieten. Und mit Glück und Verhandlungsgeschick gibt es dann Bares für Rares. Mit Sven Deutschmanek sprachen wir über die Sendung, unsere Stadt und die seltenen Dinge des Lebens.

Eine Sendung morgens, eine am Nachmittag, zwei abends – wer schaut sich das überhaupt alles an?
Wir sprechen alle Generationen an. Das finde ich auch gut, weil es den jüngeren Menschen mehr Wertschätzung vermittelt. Und alte Dinge vielleicht künftig nicht mehr so schnell weggeschmissen werden. Der Marktanteil liegt in der Spitze bei 24 Prozent, im Schnitt bei 20 – damit liefern wir momentan die erfolgreichste Sendung im Nachmittagsprogramm! Darauf ist unser familiäres Team auch echt stolz und dankbar. Wir bekommen im Moment täglich 500 bis 600 Bewerbungen. Das ist der echte Lohn unserer Arbeit.

Was fasziniert die Zuschauer und auch den Experten an so viel Trödel?
Es sind die echten Menschen, die mit echten Fundstücken auf echte Händler treffen. Außerdem sind es auch die Geschichten hinter den Objekten, die mir selbst auch immer wieder Freude machen. Woher kommt das Familienerbstück? Wer hat es hergestellt? Das ist abwechslungsreich und macht jede Sendung aufs Neue interessant. Deswegen gibt es demnächst 200 neue Folgen.

Nicht immer bekommt der Verkäufer die Summe, die der Experte schätzt – und die er vielleicht auch erwartet hatte. Woran liegt das?
Natürlich hat jedes Teil eine besondere Bedeutung für jeden Einzelnen. Das macht die Dinge in den Augen ihrer Besitzer so wertvoll. Aber besonders bei Stücken, die in der Familie mit Tradition und Erinnerungen verbunden sind, rate ich persönlich dazu, sie gleich zu behalten. Manche schauen auch bei ebay, welche Preise dort aufgerufen werden. Das hat aber meist nichts mit dem realen Wert und dem Preis zu tun, den man bei einem Händler erzielen kann. Außerdem muss man bedenken: Bei uns stehen fünf professionelle Händler im Wettbewerb, die die Waren nicht nur kaufen wollen, sondern auch verkaufen müssen. Als Experte versuche ich immer, einen realistischen Wert zu schätzen. Aber ehrlich gesagt, kalkuliere ich manche Preise aus dem Bauch heraus.

Was hat Sie nach Bad Salzuflen gezogen?
Ich habe bei den Dreharbeiten in Städten wie Köln und Freiburg immer wieder gemerkt, dass ich im besten Sinne ein Landjunge bin. Für meine Familie und mich standen Bad Salzuflen und Detmold zur Wahl. Als gebürtiger Steinheimer kenne ich beide Städte, den Ausschlag gab dann der Wohlfühlfaktor. Bad Salzuflen liegt zentral und ist – was für mich als leidenschaftlichen Genießer wichtig ist – gastronomisch eine Sensation! Mein Favorit ist Landrichinger’s Alexandra. Auch weil wir mit Florian Landrichinger hier einen guten Bekannten meiner Frau wiedergetroffen haben – der auch noch vorzüglich kocht.

Also die richtige Entscheidung?
Absolut: Meine Frau, die beruflich zwischen Köln und Bad Salzuflen pendelt, fühlt sich hier wie im Urlaub, und auch unsere Tochter ist begeistert. Mir persönlich gefällt an Bad Salzuflen, dass kulturell viel passiert. Andere Städte haben resigniert, doch hier gibt es mit Konzerten, Theater, Kabarett und Festen ein tolles Angebot. Das Weinfest fand ich auch klasse; das hätte ich so nicht erwartet. Ich merke immer wieder, dass das Salzufler Gesamtpaket stimmt: Die Altstadt, der Kurpark und der Landschaftsgarten, der Charme der Stadt, die alten Bauwerke. In vielen Großstädten habe ich das Gefühl, dass sie irgendwie dreckig sind. Hier nicht.

Und wie lebt es sich in einer kleinen Stadt als Promi?
(lacht) Nur weil man auf der Mattscheibe ist, ist man ja kein Übermensch. Ich bin immer noch geerdet, auch dank meiner Familie und weiß, wo ich herkomme. Ich war schon immer ein offener Mensch und rede gerne. Genauso gerne genieße ich aber auch die Zeit allein mit meiner Familie – diese Zeit ist immer das größte Geschenk. Und mal ganz ehrlich: So richtig habe ich das, was da in meinem Leben mit dem Fernsehen, dem tollen Team und so begeisterten Fans und Zuschauern alles passiert, auch noch nicht wirklich verstanden.

Wer sich jetzt an Omas Standuhr auf dem Dachboden erinnert hat, der kann sich per E-Mail an rares@zdf.de bewerben. Und wer die Hilfe von Sven Deutschmanek vor Ort in Anspruch nehmen will, kann ihn über seine Webseite sven-deutschmanek.de erreichen. Natürlich sind Sendung und Experte auch auf Facebook vertreten.

 

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Das meinen andere Leser zu "Interview mit Sven Deutschmanek: Der Wert-Schätzer":


schrieb am

Hallo lieber Sven.
Verfolge gerade die Sendung am 26.04.17, Eine Petrolium Lampe deren Herstellung Sie ins Saarland nach Saargemünd legten und von dort nach Frankreich exportiert wurde. Auch top Fachleute liegen manchmal daneben. Saargemünd ist Frankreich. Zwar direkt an der Grenze aber in Frankreich.
mfg.
W. Schepp

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schrieb am

Wehrter Hr.Deutschmaneck, bei den kürzlich begutachteten „Wanderkino“, handelt es sich um ein in den 60er Jahren, in der DDR, mobile 35mm, Lichtton- Kinoanlage. Diese wurde für allgemeine Lehrzwecke und an Schulen sowie im „Landfilm“ eingesetzt und ist nicht zwingend der NVA zuzuordnen.
MfG H.-J. Hasselmann

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schrieb am

Wir haben eine orginal “ Seeburg “ Musikbox aus den 50gern, in Chicago gebaut. Leider ohne Tonkopfnadel. Elektronik überholbedürftig !

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schrieb am

also i finde die Sendung eher grenzwertig. fast schon ein Fake.
da ergeben sich zuviele Ungereimtheiten.
also authentisch an der sendung ist nur, das die menschen hinter’s licht geführt werden.

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