Der aus der Bahnhofstraße: Interview mit Robin Albrecht

Foto Robin Albrecht

Ist das nicht der von dem Plakat? // Foto: ta

Manche Salzufler behaupten, er hätte gute Chancen bei der nächsten Bürgermeister-Wahl. Andere bieten ihm kostenlos die Gestaltung seiner Werbemittel an. Robin Albrecht hat wohl das bekannteste Gesicht in Bad Salzuflen. Jeder in der Stadt hat den Mann von der Bahnhofstraße schon mehrmals gesehen. Es wird Zeit, ihn endlich näher kennenzulernen. Wir haben uns zu einem Interview mit ihm getroffen.

Hallo Robin, jetzt mal ganz ehrlich: Wie lange noch?
Wie lange was noch?

Wie lange wirst du noch von dem Großflächenplakat in der Bahnhofstraße hinunterlächeln?
Ach, das kann noch eine Weile so weitergehen, sind ja auch erst fünf Jahre. Oder sind es schon sechs?

Durchgehend dasselbe Motiv – das ist in der heutigen schnelllebigen Zeit zumindest außergewöhnlich. War das von vornherein so geplant?
Um ganz ehrlich zu sein: Nein. Eigentlich wollte ich nur die Kosten gering halten, so dass ich auf einen Motivwechsel verzichtet habe. Allerdings habe ich relativ schnell festgestellt, dass das Bild seine Wirkung erzielt. In positiver Hinsicht: Ich werde unglaublich oft mit „Sind Sie nicht der vom Plakat?“ angesprochen.

Gibt es auch negative Reaktionen?
Eigentlich nicht. Allerdings hat mich tatsächlich einmal ein Grafiker angesprochen, der mir kostenlos ein neues Motiv erstellen wollte, weil er das Plakat jeden Tag vor Augen hatte.

Als Autofahrer?
Nein, als Sportler. Er stand fast täglich auf dem Laufband des Fitness-Centers in der Bahnhofstraße. Circa dreißig Meter von seinem Laufband entfernt hängt mein Plakat.

Apropos Sport: Du bist selbst auch sportlich unterwegs?
Gelegentlich spiele ich mit ein paar Freunden Fußball. Das war‘s.

Das war aber mal mehr?
Oh ja, absolut. In meiner Jugend habe ich recht erfolgreich Tennis gespielt. In der Jugendwertung stand ich mal auf Platz 1 der deutschen Rangliste, und weltweit auf Platz 10. Ich habe im Boris-Becker-Juniorteam bei Klaus Hofsäss trainiert und deswegen einige Zeit in Marbella und auf Mallorca gelebt. Dort habe ich sogar mit Carlos Moyá und Rafael Nadal gespielt …

Warum ging es mit dem Tennis dann nicht weiter?
Weil mich zwei böse Verletzungen ausgebremst haben. Und zwar in einem Alter, in dem sich entscheidet, wie es mit der Karriere weitergeht. Hinzu kam, dass der Profi-Tennis-Sport schon damals unglaublich teuer war. Zwar übernahmen einige Sponsoren die Trainingskosten, doch das Reisen, das Equipment und die Startgelder kosteten unheimlich viel Geld. Geld, das ich als junger Spieler unmöglich wieder reinholen konnte.

Du hast das Tennisspielen ganz aufgegeben?
Zunächst noch nicht. Ich habe in Espelkamp in der Zweiten Tennisbundesliga weitergespielt, dann aber irgendwann mit dem Fußball angefangen. Meinen Tennisschläger habe ich tatsächlich schon seit rund zehn Jahren nicht mehr in die Hand genommen.

Heute bist du erfolgreicher Immobilien-Makler.
Genau. Die Arbeit macht mir auch riesig viel Spaß.

Würdest und könntest du jede Immobilie vermakeln?
Definitiv nicht. Gerade bei Vermietungen legen wir in unserer Firma sehr viel Wert darauf, dass die Objekte in einem gepflegten Zustand sind. Im Verkauf ist das etwas anders, da sich ein schlechterer Zustand einfach auf den Kaufpreis auswirkt. Aber auch da gibt es Grenzen.

Was ist das spannendste Gebäude, in dem du jemals warst?
Ich habe nirgendwo so viele interessante Gebäude gesehen wie in Havanna. In New York habe ich mir einmal eine Wohnung im 30. Stock eines Wolkenkratzers angeschaut. Die Wohnung wurde später für 40 Millionen Dollar verkauft. Unfassbar!!

Wie sieht dein Traumhaus aus?
Ich kann mich für viele Stile begeistern, daher gibt es für mich auch nicht DAS ultimative Traumhaus. In das Haus, das meine Frau und ich aktuell bauen lassen, haben wir schon sehr viel von unseren Vorstellungen eines Traumhauses einfließen lassen.

Zum Schluss noch einige wirklich wichtige Fragen: Bei welcher Musik MUSST du auf die Tanzfläche?
Wenn auf einer Feier Schlager gespielt werden, ist das schon ganz gut. Als Kind war ich großer Matthias Reim Fan. Wenn der dann gespielt wird, kann ich für nichts garantieren.

Wie alt wärst du gern für immer?
21 war ein unglaublich cooles Alter. Das hätte bleiben können, ist aber auch schon wieder 15 Jahre vorbei.

Welche schlechte Angewohnheit würdest du gerne loswerden?
Sorry, da fällt mir nichts ein. Wenn du aber meine Frau fragen würdest, könnte sie dir sicher so einiges berichten.

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Das meinen andere Leser zu "Der aus der Bahnhofstraße: Interview mit Robin Albrecht":


schrieb am

Man liest im Salzstreuner: „Robin Albrecht hat wohl das bekannteste Gesicht in Bad Salzuflen. Jeder in der Stadt hat den Mann von der Bahnhofstraße schon mehrmals gesehen“ — Ja! man MUSS ihn sehen! Vielleicht findet sich der Mann so attraktiv? Dies sehen aber nicht alle Bad Salzufler so! Eher nervt das Konterfei! Also eine WERBE-Story musste nun wirklich nicht auch noch sein!

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