Stadtgeschichte(n): Salzuflens Quellen: Sole, Wasser und Solewasser

Salzstreuner

Die Erschließung der Quellen

Seit mehr als 1.000 Jahren bezieht Bad Salzuflen Sole aus der Erde.

Die Paulinenquelle (63 Meter tief) auf dem Salzhof wurde 1802 neu gefasst, bestand aber schon im 11. Jahrhundert. Sie versorgte nicht nur die Saline mit salzigem Wasser, sondern füllte auch die ersten Badewannen. Ab 1870 wurde die Sophienquelle für Trinkkuren genutzt. 1889 bis 1891 wird die Loosequelle erbohrt, hier sprudelt das Wasser aus 400 Metern Tiefe. Erst 1904 bis 1906 entsteht das neue Wahrzeichen des Bades: Der Leopoldsprudel im Kurpark (534 Meter) wird 1909 mit dem charakteristischen Brunnentempel überbaut. 1913 wird der nur 54 Meter tiefe Neubrunnen im Kurpark erschlossen. Nach acht Jahren des intensiven Arbeitens wurde 1927 der heutige Gustav-Horstmann-Sprudel erbohrt, benannt nach dem damaligen Salinendirektor. Die Quelle im Landschaftsgarten wollte man ursprünglich besonders gut in Szene setzen: In einer Fontäne sprudelte das 38 Grad heiße Wasser aus der Erde – übrigens die heißeste Quelle der Kurstadt. Schon nach kurzer Zeit wurde sie aber wieder versiegelt, weil das Salzwasser der Natur nicht gut bekam. 1936 entsteht die Inselquelle mit 52,4 Metern Tiefe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Quellen rund um das heutige Kurgastzentrum erschlossen und erneuert: 1953 wird der Sophienbrunnen erbohrt (12,5 Meter), 1956 bis 1960 der Thermalsprudel III. Mit der Errichtung des Kurgastzentrums in den 1980er Jahren wird der Thermalsprudel für die Kurgäste und Besucher sichtbar gemacht: An der Plexiglaskugel staunen die Menschen noch heute über die 21 Grad warme Sole aus 412,75 Metern Tiefe. Was nur wenige wissen: Die Quelle liegt nicht direkt unter dem Sprudel, sondern unter dem Kurgastzentrum. Was draußen zu bewundern ist, ist ein Fake – aber ein beeindruckender.

1962 wurden mit den Salinenquellen die letzten Quellen in Salzuflen erbohrt. Parallel dazu hatte das Staatsbad eine eigene Wasserversorgung – bis in das vergangene Jahr kam aus den Wasserhähnen der Konzert- und der Wandelhalle eigenes Frischwasser. Erst seitdem ist das Staatsbad an das Wassernetz der Stadt angeschlossen.

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