Stadtgeschichte(n): Seit 20 Jahren kreuz und quer durch die Stadt

Stadtbus

Fotos: Horst Fehring // Montage: Oelrichs

Der Stadtbus

Ein Kinderchor in historischen Kostümen sang zur ersten Fahrt am 10. September 1994 auf dem Markt – historisch, aber keineswegs unbekümmert war auch das Stadtbus-System, dass an diesem wechselhaften Tag an den Start ging. Inzwischen verbindet der Salzufler Stadtbus seit 20 Jahren (fast) alle Ortsteile der Stadt miteinander.

Nach dem Vorbild der Nachbarstadt Lemgo gingen drei Linien an den Start, die sich im Halbstundentakt am zentralen Rendezvous-Platz am Markt trafen und heute noch treffen. Ursprünglich fand das Rendezvous der Busse direkt vor dem Stadtbus-Büro statt, später wurde die zentrale Haltestelle um knapp 100 Meter näher an die heutige Stelle verlegt. Die Busverbindungen wurden mit Anruf-Sammeltaxen verknüpft, die eine Fahrt bis vor die eigene Haustür ermöglichen. Nur Retzer und Ahmser sind bis heute nicht am Rendezvous in der Stadtmitte beteiligt. Mit der Einführung des Stadtbussystems ging 1994 die Einrichtung einer autofreien Innenstadt einher – nur Anliegern, Bussen, Taxen und dem Lieferverkehr sollte weiterhin die Einfahrt in die Stadt erlaubt sein. Bis Ende des Jahres 1994 hatte sich eine Bürgerinitiative erfolgreich dagegen zur Wehr gesetzt und die noch heute existierende Verkehrsführung entstand.

Die ursprüngliche Linienführung der Stadtbusse wurde in den vergangenen 20 Jahren immer wieder angepasst – nicht zuletzt nach den Sparvorgaben der Stadt, die den Stadtbus nach seiner Einführung auch finanziell stark subventionierte, um ihn attraktiv zu machen.

2008 wurde der Betrieb umstrukturiert, um eine bessere Auslastung bei gleichzeitiger Kostensenkung zu erreichen. Heute zählt der Stadtbus zu den Geschäftsfeldern der Stadtwerke. Inzwischen fährt leider kein Salzufler Unternehmen mehr auf den Linien, worüber man sich noch 1994 freuen konnte. Doch allen Diskussionen und Unkenrufen zum Trotz: Knapp 450.000 Kilometer legen die Busse pro Jahr zurück und befördern dabei etwa 1,2 Millionen Fahrgäste zu den über 100 Haltestellen. Viel Arbeit für einen 20-Jährigen.

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