Von Messen und Menschen: Interview mit Andreas Reibchen

Foto Andreas Reibchen, Messezentrum Bad Salzuflen

50 Jahre Messezentrum – zu diesem Anlass baten wir den geschäftsführenden Gesellschafter Andreas Reibchen und zum Interview. // Foto: ta

In diesem Jahr feiert das Messezentrum sein 50-jähriges Bestehen. Natürlich bietet es sich da an, den geschäftsführenden Gesellschafter des Familienunternehmens zur Historie des Hauses zu befragen. Spannender fanden wir es allerdings, Andreas Reibchen mit Fragen aus der Reserve zu locken, die ihm wohl so noch keine Zeitung gestellt hat. Erstaunlicherweise haben wir tatsächlich Antworten erhalten – zu den meisten Fragen jedenfalls.

Hallo Andreas, 50 Jahre Messezentrum. Welche Veranstaltung ist die älteste, an die du dich erinnern kannst?
Das war eine der Möbelmessen, die noch vor der M.O.W. veranstaltet wurden. Anfang der 80er-Jahre war das. Da habe ich als Zwölf- oder Dreizehnjähriger mitgeholfen, den Verkehr auf dem Parkplatz zu regeln. Außerdem habe ich Müll aufgesammelt.

Wolltest du schon damals das Messegeschäft deiner Eltern fortführen?
Nein. Zu jener Zeit habe ich mir noch keine Gedanken über die Messe gemacht. Später habe ich auch erst eine Lehre zum Kfz-Mechaniker absolviert. Obwohl mir der Beruf viel Spaß machte, habe ich mich danach tatsächlich vor allem für die Messe interessiert. Ich machte eine zweite, diesmal kaufmännische Lehre und das Thema Auto habe ich als Hobby weiterverfolgt.

Nun bist du schon fast 30 Jahre als Geschäftsführer dabei. Gibt es alte Messegeschichten, die dich heute noch zum Schmunzeln bringen?
Viele. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass uns ein Aussteller reinlegte, indem er den Chauffeur des damaligen Bundeskanzlers Kohl zu seinem Stand rufen ließ. Und zwar über die Lautsprecheranlage der Messehallen. Natürlich war der Kanzler nicht dort, der Stand des Ausstellers dafür aber rappelvoll. Ich gebe zu, dass ich das damals nicht so lustig fand. Heute kann ich herzlich darüber lachen.

Immerhin war die Kanzlerin ja auch einige Jahre später tatsächlich da.
Das stimmt. Aber nicht zur Messe, sondern zum CDU-Parteitag.

Aktuell läuft die M.O.W.-Möbelmesse. Warum haben Privatbesucher zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt?
Weil es bei Fachmessen leider so ist. Die Aussteller zeigen Produkte und Modelle, die es möglicherweise nicht mal in den Handel schaffen. Also soll die auch keiner sehen. Zudem möchte sich das Messepersonal auf die Einkäufer fokussieren, die diese Möbel in den Handel bringen. Privat könnten die ausgestellten Produkte ohnehin nicht auf der Messe gekauft werden.

Die Bedeutung der Messe für Bad Salzuflen ist groß. Wie bewertest du die Zusammenarbeit mit der Stadt?
Besser geht immer. Aber klar ist auch, dass die Möglichkeiten für das Engagement einer Kommune für ein privatwirtschaftliches Unternehmen begrenzt sind. Wir brauchen die weichen Standortfaktoren der Stadt für unsere Gäste und die Stadt braucht uns. Ich denke, das ist allen klar.

Weg von der Messe, hin zum Menschen! Für welches Ereignis in deinem bisherigen Leben bist du besonders dankbar?
Für die Geburten meiner drei gesunden Söhne. Also sind es drei Ereignisse.

Die berühmte Einsame-Insel-Frage: Was nimmst du mit, wenn es nur eine Sache sein darf?
Ein Handy mit Satellitenempfang, um Hilfe zu rufen.

Das heißt, du willst schnell wieder runter von der Insel. Verreist du nicht gern?
Tatsächlich bin ich sehr gern zuhause. Oder zumindest in Bad Salzuflen. In meinem Urlaub bleibe ich gern in Deutschland. Zwar haben mich auch die USA als weites, großartiges Land begeistert, doch hierzulande gibt es auch viel zu entdecken.

Lass uns über Mode und Styles reden. Hattest du schonmal einen komplett anderen Look?
(Lacht) In der Tat sah ich vor einigen Jahren doch ganz anders aus. Ich hatte mich für Kraftsport interessiert und mich zwischenzeitlich von 77 auf 110 Kilogramm hochtrainiert. Muss man auch mal gemacht haben …

Deine Lieblingsfilme?
Ist das jetzt für den Salzstreuner oder dein Freunde-Buch? Also gut: Mad Max und Blues Brothers. Diese alten Filme schaue ich mir heute noch an.

Apropos heute: Gibt es aus deiner Sicht etwas Gutes daran, älter zu werden?
Absolut. Man wird geduldiger, gelassener und souveräner. Zudem verschieben sich die Interessen: Zeit und Familie werden mit den Jahren immer wichtiger.

Wie oft schaust du pro Tag auf dein Handy?
Leider viel zu oft. Aber das kennt wohl fast jeder.

Wenn du eine Sache auf der Welt verändern könntest – was wäre das?
Da gibt es einiges. Vor allem würde ich diese rasende Welt entschleunigen.

Was ist das Lustigste oder das Komischste, das dir in dieser Woche passiert ist?
Dieses Interview …

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