Der Volkswagenmeister: Interview mit Andreas Buchholz

Foto Andreas Buchholz

Erblickte fast zeitgleich mit dem VW Polo I das Licht der Welt: Andreas Buchholz im Salzstreuner Interview // Foto: ta

Als Rudolf Buchholz sein Autohaus im Juli 1970 in der Industriestraße eröffnete, war der VW K70 mit Frontantrieb so ziemlich das Modernste, was sich über den deutschen Asphalt bewegte. Erst einen Monat später kam der erste Käfer 1302 auf den Markt – auf Wunsch sogar in Tiefseegrün und in Clementine. Von Andreas Buchholz war da noch gar nichts zu sehen. Er erblickte erst fünf Jahre später – fast zeitgleich mit dem VW Polo I – das Licht der Welt.

Hallo Andreas, das Autohaus Buchholz ist in Bad Salzuflen schon lange ein Begriff. Wie lange eigentlich genau?
Exakt seit 50 Jahren – im Juli 1970 hat mein Vater Rudolf Buchholz den Betrieb gegründet. Unterstützt wurde er in den Anfangsjahren von meiner Mutter Ingeborg und einem Auszubildenden.

Wann und wie bist du dann in das Unternehmen gekommen. War dein Weg vorgezeichnet?
Meine Eltern haben schon die Hoffnung gehabt, dass ich das Unternehmen weiterführen werde. Also bin ich da sicher auch irgendwie reingerutscht. Aber das war es nicht allein. Im Laufe der Jahre habe ich mehr und mehr die Leidenschaft für die Kfz-Werkstatt und die Arbeit mit den Kollegen entwickelt, so dass ich mich heute sehr darauf freue, den Betrieb in die zweite Generation zu führen.

Leidenschaft ist eine Sache, Qualifikation eine andere. Wie sieht es damit bei dir aus?
Ich habe 1997 meine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker abgeschlossen – übrigens in einem anderen Autohaus. Erst danach habe ich in unserem eigenen Betrieb in der Industriestraße angefangen. Später kam dann die Prüfung zum Kfz-Technikermeister dazu. Mein Gott, das ist auch schon wieder zwanzig Jahre her.

Wie hat sich das Geschäft in diesen vergangenen zwanzig Jahren verändert?
Vor allem ist viel mehr Technik am Fahrzeug hinzugekommen. Die Bedeutung, die in der Vergangenheit der Schraubenschlüssel hatte, wurde vom Testgerät übernommen. Außerdem gibt es heute weitaus mehr Serviceleistungen für den Kunden sowie Auflagen vom Hersteller.

Was wird sich nach deiner Einschätzung in unmittelbarer und mittelbarer Zukunft noch weiter verändern?
Alternative Antriebskonzepte werden verstärkt nachgefragt, angeboten und genutzt. Außerdem wird irgendwann das autonome Fahren zu einem wichtigen Thema. Die hochmodernen Hightech-Assistenzsysteme machen es bereits vor, doch es wird noch viel weiter gehen.

Wie wirken sich diese Zukunftsthemen für solche Unternehmen wie Buchholz mittelfristig aus?
Schon seit Jahren verändert sich für uns das Geschäft. Als Service-Vertragspartner für VW und Skoda müssen wir uns kontinuierlich anpassen und auf den aktuellen Stand bringen. Zusätzliche Investitionen in die Ausstattung der Werkstatt gehören ebenso dazu wie Qualifizierungen und Schulungen des Teams. Auch eine E-Tankstelle wird es schon bald bei uns geben.

Stichwort E-Mobilität: Was erwartest du von dieser Technik?
Die Idee dahinter ist grundsätzlich sehr gut: Allerdings glaube ich, dass die Rohstoffgewinnung für die Batterie nicht unproblematisch ist. Die E-Mobilität wird sicher in den nächsten Jahren ausgebaut werden, aber es wird wohl auch noch Alternativen in den Schubläden der Hersteller geben. Erst in einigen Jahren wird man sehen, welche Technik sich schließlich durchsetzen wird.

Bist du als Kfz-Experte privat auch ein Auto-Freak und Motorsportfan?
Ehrlich gesagt, reichen mir die Motorleistungen der Fahrzeuge, die wir selbst warten und reparieren. Motorsport war vor zwanzig Jahren vielleicht noch Thema für mich, heute interessiert er mich überhaupt nicht mehr. Meine Leidenschaft gehört – neben der Familie und dem Unternehmen – dem Handball. Ich bin Mitglied im Fanclub Lemgoer Hexen und besuche tatsächlich fast jedes Heimspiel des TBV Lemgo Lippe. Manchmal fahre ich sogar mit zu den Auswärtsspielen.

Aber du spielst kein Handball …
Nein. Sportlich bin ich gern mit dem Mountainbike unterwegs. Am liebsten im Bad Salzufler Forst und in der Umgebung. Auch als Fernsehsportler bin ich aktiv. Wenn der Rekordmeister Fußball spielt, bin ich gern dabei. Aber auch Skispringen, Biathlon und die Tour de France faszinieren mich.

Welche Musik hörst du gern?
Da bin ich recht flexibel. Ich höre fast alle Musikrichtungen und Stile, am liebsten Pop, Rock und die Sachen aus den aktuellen Charts.

Wann warst du das letzte Mal im Kino? Und in welchem Film?
Vor drei Wochen habe ich mir den Film Lassie angesehen – mit meiner Frau und unseren beiden Kindern.

Wenn dein Leben verfilmt würde? Wie lautete dann der Titel?
Und dann kam Polly 2.0. Aber frag nicht, warum!

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