15.01.2016 // Durst – warten auf Merlot

Foto: gabe

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Den Dackel entwurmen mit Karlsquell: Wenn man Chemie und Biologe studiert hat, liegt der Wechsel zum Kabarett nahe, wenn das Herz für den Verbraucherschutz schlägt.

Philipp Weber begeisterte das Publikum in der Gelben Schule mit seinem Solo-Programm Durst – warten auf Merlot. Er sei kein Ökostalinist sondern für die Sinnenfreude. Der Temperamentsbolzen und selbsternannte Schnellbabbler aus Franken sprach ernste Themen heiter und gelassen an – ganz ohne erhobenen Zeigefinger aber mit Seitenhieben auf die gesundheitsbewusste Szene. So ist Weber der Meinung, dass der Teufel Hildegard von Bingen den Zwiebelsud unter Folter verraten hat. Wer wissen will, wie Ingwersaft schmeckt, solle mit Meister Propper anfangen und von Bionade bekomme man Ökodiabetis.

Es kamen auch tatsächlich ernste Themen zur Sprache, so wie der Missbrauch von Medikamenten, Alkohol und Industriezucker (Schmiermittel der Hochleistungsgesellschaft), überteuerter Kaffee in umweltschädlichen Aluminiumkapseln, für den die geknechteten Kaffeebauern nicht genug Geld zum Leben erhalten. Wenn wir die Handelswaren aus dem Süden nicht fair bezahlen, flüchten die Menschen halt zu uns, so der Kabarettist.

Der Naturwissenschaftler imponierte mit Zahlen, Daten und Fakten: Während für die eine Seite der Welt Wasser ein Lifestyle-Produkt ist, das von weit her angekarrt wird, versuchen Millionen Menschen in Entwicklungsländern trotz mangelnden Zugangs zu Toiletten und Trinkwasser (Quelle: WHO) irgendwie zu überleben. Weber forderte auf zum Recherchieren – Tasmanisches Regenwasser ist tatsächlich für 33 € zu haben. Die gute Nachricht lautet aber – wenn wir das Zeug nicht kaufen, wird die Welt etwas besser und Muttermilch schmecke zwar fad, aber über die Verpackung könne man nicht meckern, so der Fachmann. gabe

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