Stadtgeschichte(n): Das historische Rat(h)haus

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Foto: Stadtarchiv Bad Salzuflen

Das historische Rathaus ist ein Prachtstück der Weserrenaissance.

Es wurde in der Blütezeit des weißen Goldes (1545 bis 1547) gebaut, der markante Giebel kam rund 40 Jahre später hinzu. Es diente ursprünglich als Verwaltungssitz, Gericht, Feuerwache, Waffenkammer, Kornkammer und Zunfthaus sowie der Gastronomie.

1488 bekam Salzuflen die Stadtrechte verliehen, die erste Verwaltung muss zuvor noch in einem der rund 250 privaten Häuser in der Stadt untergebracht gewesen sein.

Im heutigen Trausaal befand sich der Ratssaal. Hier tagte der Magistrat und hier kamen auch die Zünfte der Handwerker zusammen. Gefeiert wurde im Rathaus schon immer: Auch Hochzeiten durften hier damals schon stattfinden.

Der heutige Ratskeller existiert seit 1814. Zunächst gab es im Erdgeschoss sogar drei Wirte (Der Herren Keller). „Salzluft macht durstig”, war ein beliebter Satz, mit dem der Gang in eine der Schänken gerechtfertigt wurde.

Neben dem Ratssaal befanden sich im ersten Stock Büros und Lagerräume für Gewehre und Munition. Für den Brandfall wurden Eimer und andere Gerätschaften vorgehalten. Daneben hatte der Syndikus, der Stadtrichter, hier seine Räumlichkeiten: Erster Richter im Rathaus war Barthold tho Büxten – er war bekannt für seine  Hexenprozesse.

Im Dachgeschoss wurde das in Salzuflen gesponnene Leinen durch die Leggemeister geprüft, bevor man es nach Bielefeld schickte. Hier lagerte auch der raue Zehntkorn aus der Ufelschen Feldmark – die (Steuer-) Abgabe früherer Zeiten.

Und warum das Rathaus Rathhaus heißt? Wahrscheinlich nahm man in den 1880er-Jahren eine mittelalterliche Schreibweise als Vorbild für die Beschriftung, weil es der Historie des Hauses und dem damaligen Zeitgeist entsprach.

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