Das letzte Einhorn

Helds Welt 9: Das letzte Einhorn

Von Uwe Voehl. Illustriert von Ulrich Tasche.

 

Wir leben in einem Zeitalter der Wunder. Alles ist käuflich, selbst das Glück. Sogar als Fruchtaufstrich.

In den Sorten Erdbeere, Aprikose oder Pfirsich. Oder man kauft sich „Kürbiskerle“ zum Vernaschen. Die machen auch glücklich! Steht auf der Packung. Und weil wir alle so glücklich sind und uns liebhaben, erfahren wir auch immer öfter, wer uns das Glück und die anderen süchtig machenden Naschereien beschert.
Zum Beispiel Yoko (die mit den Kürbiskerlen). Auf der Packung verrät sie uns, dass sie „In San Francisco und im Moment lebt.“ Das klingt nach Glück. So wie Käpt’n Iglu uns Meer und Abenteuer auf den Tisch brachte oder ganz früher der Tchibo-Onkel nach Kaffeebohnen roch. Irgendwie war das alles viel seriöser. Aber dafür ist heute alles viel kuscheliger. Und woher kommt das neue Kuschelglück?

Das alles liegt daran, sagen viele, weil es wieder Einhörner gibt.
Ja, wirklich! Überall werden sie gesichtet: Auf Limonaden, Milchshakes, Backwaren, Duschgel und mittlerweile sogar auf Toilettenpapier.

Wobei wir beim Thema wären: Letztens wurde am Bahnhof tatsächlich das erste echte Einhorn gesichtet. Leider ist es gleich wieder in den Zug gestiegen, weil es dringend zur Toilette musste. Im Bahnhof war dummerweise alles dicht – und das schon seit zehn Jahren!

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