Abgehoben – Die Glosse für den März

An der verkehrsreichen Kreuzung am Rathaus der Stadt heißt es bald „Abschied nehmen“. Nein, die Rede ist nicht vom VW-Autohaus, das seinen Standort dort aufgibt – sondern von unserem Lieblings-Buckel auf der Rudolph-Brandes-Allee.

Die Abschussrampe in Richtung des Tausendfüßers, das Loch Ness der Stadt soll noch in diesem Jahr verschwinden. Der Landesstraßenbaubetrieb Straßen. NRW saniert die Kreuzung und hat Gerüchten zufolge schon den gesamten Bodenaushub der geplanten Tesla-Fabrik aus Brandenburg bestellt, um die „kleine Untiefe“ verfüllen zu können. Eine große Abschiedsparty wird es wohl auch geben – allerdings erst, wenn Buckel und Corona passé sind.

Der Virus hat uns also im Griff. Doch tatsächlich bringt diese fiese Seuche auch wenige positive Aspekte zu Tage: Die Menschen halten höflich Abstand zueinander, Händewaschen ist wieder in Mode gekommen und sobald man einen leichten Husten vortäuscht, hat man genug Platz in Bus und Bahn. Manche Menschen lernen erst jetzt, was die Oma noch wusste: Ein paar Reserven im Vorratskeller sind doch ganz nützlich – und wenn es nur Dosen-Ravioli und Nudeln sind. Auch die abgehobene Profifußballwelt lernt jetzt dazu – nämlich wie es für Spieler und Vereine ist, wenn irgendwann auch der letzte Fan verprellt wurde. Schwacher Trost.

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