Stadtgeschichte(n): Ackerbau und Viehzucht

Schwarzweißfoto von Kühen auf einer Weide
Kühe auf einer Weide im Salzetal, um 1910 // Foto: Stadtarchiv

Während in den Ortsteilen noch Landwirtschaft betrieben wird, sieht man in der Kernstadt kaum noch Spuren von Ackerbau und Viehzucht.

Doch es gibt sie: Neben den bekannten Ackerbürgerhäusern mit ihren großen Toreinfahrten lassen sich einige weitere Relikte der Landwirtschaft in der Kernstadt finden. Der letzte große City-Bauernhof verschwand sogar erst in den 1950er-Jahren.

„Alle Gewerbetreibenden mussten neben ihrem Gewerbe Landwirtschaft betreiben, wenn sie ein einigermaßen gesichertes und sorgenfreies Leben führen wollten“, schrieb Otto Krecke Mitte des 19. Jahrhunderts. Es galten klare Regeln: Wer rechts der Salze wohnte, trieb sein Vieh zum Obernberg. Links der Salze ging es zum Asen- und Vierenberg. Ein sichtbares Zeugnis davon ist das Driffkindchen – einst eine Parallelverbindung zwischen Ritterstraße und Heßkamper Tor. Hier wurde das Vieh aus der Stadt auf die Weiden gebracht.

Steege vor der Überbrückung um 1900
Foto: Stadtarchiv

251 Landwirte zählte die Statistik für das Jahr 1888, die Ausbreitung des Badebetriebes und der Hoffmanns Stärkefabriken schränkte in der Folge auch die Weide- und Ackerflächen immer mehr ein. Zudem brauchten immer weniger Menschen ein zweites Standbein, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Dem Bad waren Misthaufen und Ställe mitten in der Innenstadt ohnehin ein Dorn im Auge bzw. in der Nase. Daher verschwand auch der Hof des sogenannten Salzebauerns 1912 bei der Überbauung der Salze – heute fließt das Flüsschen ziemlich genau über das alte Grundstück.

Der größte Hof Salzuflens befand sich direkt neben Hoffmanns Stärke (heute Sparkasse). Die Fabriken kauften 1953 Vollands Hof auf, um einen Parkplatz auf dem Gelände zu errichten. Heute kann man schon wieder einen gegenläufigen Trend beobachten: Das Interesse an Kleingärten zur Bewirtschaftung steigt und so mancher Hühnerstall steht schon wieder in den Gärten der Stadt – nicht immer zur Freude der Nachbarn.

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