Von Uwe Voehl. Illustriert von Ulrich Tasche.

„Wie begrüßt ihr eigentlich das neue Jahr?“, fragt Fee. „Letztes Jahr habe ich noch hoffnungsvoll in die Zukunft gesehen …“

„Wie wär’s Silvester um null Uhr mit einem ganz einfachen ‚Moin, moin?‘“, schlägt Günni vor. „Wenn schon, dann ganz norddeutsch reduziert: Ein ‚Moin‘ reicht völlig“, sage ich. „Leute, wir sind Lipper, keine Fischköppe!“ protestiert Oppa Rübenstrunk. „Also sprecht gefällichst Hochdeutsch! Ich sach immer noch ‚Tach‘, wenn ich morgens in‘n Stall komm.“ „Und?“, fragt Günni. „Glaubst du, auch das neue Jahr antwortet dir wie deine Schweine mit ‚Tach auch‘?“ „Macht ihr eure Witze, ich nehme das neue Jahr ernst und befrage Silvester meine Tarotkarten, wie‘s wird“, sagt Fee. „Klar, und die antworten dir: ‚Genau wie gestern, oder was?“, fragt Günni. „Immerhin: Der Lockdown scheint wie ein Zombie immer wiederzukehren, genau wie Homeschooling und der ganze Mist. Und ein neues Wort haben wir jetzt auch: Boostern!“ „Buustern? Was’n das jetzt wieder für ’n Teufelszeuch?“ „Mensch, Oppa, bist du in deinem Alter denn noch nicht dreimal geimpft?“„Was glaubste denn? Einmal mit Jonnßen, einmal mit Astra und einmal mit Beiontreck. Hab sogar drei Impfpässe! Weil man ja erst nich wusste, was am besten ist. Sicher iss sicher, hatt mein Stammtischbruder gesacht. Und der muss es wissen, der ist nämlich Tierarzt. So, und jezz muss ich wieder!“
„Und es ist wirklich alles in Ordnung?“, fragt Fee besorgt.
„Nix passiert.“
„Das ist es doch!“, entfährt es mir: „Die passende Begrüßung fürs neue Jahr: NIX PASSIERT!“
Oder?

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