Voehls Welt: Dat Sommerloch

In diesem Sinne haue ich heute mal ganz uninspiriert in die Tasten. Schuld daran ist der Sommer, der erst seit wenigen Tagen irgendwie stattfindet, bald wieder vorüber ist und mir die schönste Jahreszeit längst verhagelt hat. Ohne Sommer fiel vieles flach. Das Sommermärchen zum Beispiel. Die letzte EM ist zwar schon gefühlte zwei Jahre her, aber das war nix! Genau wie der Sommerhit.
Günni: „Das sind doch jene ein oder zwei Songs, die im Radio rauf und runter genudelt werden, weil sie auf Mallorca oder Norderney die Hits in den Discos und Kneipen waren …“
Herbert: „Und zwar so lange, bis sie keiner mehr hören kann. Übrigens: Für mich war der letzte große Sommerhit eh Rudi Carrells Wann wird’s mal wieder richtig Sommer.“
Günni: „Und das ist auch schon fast wieder vierzig Jahre her. Dieses Jahr ist man vor ihnen sicher. Man kann also ganz getrost zu den alten LPs greifen und mal wieder Dean Martins That’s Amore auflegen.“
Ich: „Oder Good Vibrations von den Beach Boys.“ Günni: „Ne, dann lieber das brandneue Meisterwerk von Brian Wilson: Summer’s gone. Jungs, kapiert es endlich: Dieser Sommer ist so gut wie vorbei!“
Ich: “Irgendwie hat das ja auch was Gutes. Dieses Jahr fragte sich endlich keiner mehr, warum Bad Salzuflens einziges Freibad viel zu klein angelegt worden ist oder der Duschbereich immer noch hinterherhinkt, während in Schötmar so viel Platz ist, dass man in den Becken sogar einheimische Flusskrebse züchtet. Oder das gute alte Sommerloch. Habt ihr davon etwas gemerkt?“
Herbert: „Du meinst das Ungeheuer im Kurparkteich?“
Ich: „Genau. Oder hat das etwa dieses Jahr jemand gesichtet?“
Herbert: „Wat is überhaupt en Sommerloch? Da stelle mer uns mal janz dumm, und sagen: En Sommerloch iss ne große, runde, schwarze Raum. Und der große, runde, schwarze Raum der hat zwei Löcher. Dat eine Loch, da kömmt das Gerücht rein, und dat andere Loch, dat kriegen wa später …“
Ich: „Genau so funktioniert das Sommerloch: Mit ollen Kamellen. Apropos Gerücht: Was ist eigentlich aus den verschwundenen Bio-Schokoladentafeln geworden, die nach der letzten Landtagswahl ein weibliches Ratsmitglied der Grünen lautstark vermisste?“
Günni: „Wie jetzt?“
Ich: „Na ja: Da waren wohl welche übrig nach der Wahl am 13. Mai, und die sind spurlos verschwunden.“
Herbert: „Wahrscheinlich im Sommerloch.“
Ich: „Insofern sind sie jetzt wieder aufgetaucht: Besagte Politikerin veranstaltet auf Facebook ein Quiz: Wer errät, wo sie am Sonntag war, erhält als Preis nun auch keine Bio-Schokolade.“
Herbert: “Ich sag ja: Die steckt im Sommerloch!“
Ich: „Nur geschmolzen kann sie nicht sein. Also hat sie jemand aufgefuttert.“
Günni: „Übrigens ist auch das Thema Stadtbeleuchtung wieder hochgekommen. Behauptet doch ein Leserbriefschreiber in der LZ, dass die neuen grellen LED-Lampen nicht nur augenschädlich sind, sondern im Vergleich zu den schönen Natriumdampflampen mit ihrem orangefarbenen Licht auch keinen Deut mehr Energie sparen. Die Aufklärung dieser Frage interessiert mich fast noch mehr als die, in welchem grünen Gaumen die Bio-Schokolade geschmolzen ist.“

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