Was man von hier aus sehen kann
Regie: Aron Lehmann
Drama
Mit Corinna Harfouch, Luna Wedler, Karl Markovics, Rosalie Thomass
105 Minuten
ARTHAUS

Traumhaft, witzig und spielerisch am Kitsch vorbei. Die Verfilmung von Mariana Lekys gleichnamigem Bestsellerroman aus dem Jahr 2017 erzählt mit unglaublicher Leichtigkeit und großartiger Besetzung eine Geschichte über Liebe, Tod und verpassten Chancen.

Selma (Corinna Harfouch) und ihre Enkelin Luise (Ava Petsch) sind ein Dreamteam. Seitdem sich Luises Eltern getrennt voneinander für ihre eigenen Lebensentwürfe entschieden haben, kümmert sich Großmutter Selma überwiegend um die Kleine. Allerdings nicht allein, denn auch der heimlich in Selma verliebte Optiker (Karl Markovics), der sehr zornige Palm (Peter Schneider), die abergläubische Elsbeth (Hansi Jochmann) sowie die dauerhaft übel gelaunte Marlies (Rosalie Thomass) zählen fest zum dörflichen Netzwerk des neunjährigen Mädchens. Auch wenn sie es selbst vielleicht nicht wissen oder wollen.

Außerdem ist da auch noch Martin, Luises gleichaltriger Freund aus der Nachbarschaft. Für Luise würde Martin jederzeit durchs Feuer gehen. Dass er sie später einmal heiraten wird, ist für den angehenden Gewichtheber ohnehin klar. Bis es so weit ist, reicht es Martin völlig aus, dass er seine Luise hin und wieder mal hochheben darf.

Selma ist für Luise eine ganz besondere Oma. Denn sie hat die Welt erfunden und zudem einen aufgemalten roten Kreis mitten auf dem Boden ihrer Stube. Zudem hat Oma Selma eine außergewöhnliche Gabe. Sie kann den Tod von Menschen voraussehen. Wenn Selma von einem Okapi träumt, stirbt innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden garantiert ein Mensch in ihrem westerwäldlerischen Dorf. Als Selma nach längerer Zeit mal wieder von einem Okapi im Traum besucht wird, spricht sich das schlechte Omen wie ein Lauffeuer herum. Das Dorf gerät in helle Aufregung und zählt die Stunden herunter …

Der Film Was man von hier aus sehen kann schafft es tatsächlich, die Magie und den Witz des Buches in rund einhundert Minuten einzufangen. Geschickt wechselt Aron Lehmann (als Regisseur und Drehbuchautor) zwischen den Zeiten, in denen die Episoden rund um das Mädchen Luise spielen. Liebevoll zeichnet Lehmann ein Dorfbild nach, das skurriler kaum sein kann. Und das aber dennoch präzise die Eigenarten und Widersprüche unserer Gesellschaft abbildet.

Rainer Tautz

Der Trailer zu Was man von hier aus sehen kann:

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