Auf Wiederhören: The Stone Roses – The Stone Roses (1989)

Trotz der Ursprünge im Gothic Rock dachte man bei den Stone Roses an die florierende Exstacy-Szene ihrer Heimatstadt Manchester. Ebenso wie die Happy Mondays fusionierten sie Dance und Rock (als Reflexion ihrer Einflüsse in Vergangenheit und Gegenwart).

Das Kunstwerk auf der Hülle war von Jackson Pollock ebenso inspiriert wie von den Pariser Studentenunruhen 1968 (Straßenkämpfer lutschten Zitronen gegen das Tränengas). Künstler war der Gitarrist John Squire, und seine meisterhafte Gitarre ziert die LP ähnlich großzügig wie die Farbspritzer das Cover. „Bye Bye Badman“ bezieht sich auf die Straßenkämpfe 1968 und demonstriert – mit „Elisabeth My Dear“ („Scarborough Fair“ als Ballade gegen die Monarchie) – die oft übersehene Anti-Establishment-Einstellung der Roses.

Nie überrtieben, immer grundlegend – Squires Spielgilt als Rückgrat der LP. Doch besondere Erwähnung verdient auch Drummer Alan „Reni“ Wren, dessen präzise Backing-Harmonien auf „Bye Bye Badman“ und atemberaubende Spontaneinsätze auf dem epischen „I Am The Resurrection“ auch heute noch angenehm überraschen.

Die energie und die Erfindungsgabe beim träumerischen „Waterfall“ und sienem Cousin „Don´t Stop“ (der geliche Song, rückwärts gespielt, mit entsprechend angepaßtem Text) demonstrieren den Optimismus einer Zeit nach der Geburt von Acid House und Großbritanniens zweitem Sommer der Liebe.

Den Stone Roses gelang es, die freiheitliche Stimmung einer Ära einzufangen und gleichzeitig an die kreativen Sixties anzuknüpfen. Unbeabsichtigt schufen sie dabei ein Album, das wunderbar mit jener Vergangenheit mithalten kann. JK

(Mit freundlicher Genehmigung aud dem Buch „1001 Alben – Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist.“; Edition Olms, Zürich)

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