Streusalz – die Glosse im November

Was für Zeiten! Bushido bekommt einen Bambi und die Wagenknecht einen Oscar. Wovon soll Satire denn da noch leben können? Aber wir wären ja nicht in Bad Salzuflen, wenn wir da nicht doch noch einen draufsetzen könnten.
Einen Rettungsschirm wollte der Bürgermeister schon lange vor Griechenland aufgespannt haben. Abgeschirmt werden soll das Salzsiederfest von zu hohen Kosten für die Sicherheit. Das gibt dem Begriff „Schirmherr“ eine völlig neue Bedeutung…
Überhaupt gehen die Salzufler mit der Krise recht gelassen um – bis auf jene Gastronomen, die bei dem Begriff Eurokrise vor allem an ihr leeres Portemonnaie denken. Und daraufhin lieber mal den Schlüssel umdrehen.
Momentaner Spitzenreiter beim „Auf und zu“ ist ein Laden mit den prophezeiten 12 Aposteln und gefühlten 12 Pächtern pro Jahr. Damit passt das Lokal ja wenigstens gut zur Weihnachtsgeschichte. Mal sehen, unter welchem Weihnachtsstern die Zukunft der neuen Ära steht, die im neuen Jahr beginnen soll. Bleibt es beim Vorbild der Weihnachtsgeschichte, ist spätestens Ostern mit einer Wieder-Auferstehung zu rechnen.
Eine aktuelle Protestbewegung hat Bad Salzuflen auch zu bieten. Nur steht hier weniger die Wall Street im Mittelpunkt, sondern die Politik. „Occupy Rathaus“ lautet das Motto. Der Grundschule Retzen hat es trotz vieler Argumente wenig geholfen, sie wird geschlossen.
Nicht wenige Hersteller verlagern jetzt die Weiterverarbeitung von intelligenten und engagierten Grundschülern ins nahe (Lemgoer) Ausland. Man darf auf den späteren Re-Import gespannt sein.

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