Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Bad Salzuflen? Mit diesem geklauten Slogan könnte unsere Stadt deutschlandweit die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Hier ist alles nett, und extrem entschleunigt. Während im ganzen Land die mit 9-Euro-Tickets bewaffneten Touristen aus den corona-friendly überfüllten Regionalzügen fallen, sieht es auf den Salzufler Bahnsteigen den ganzen Tag aus wie in Hadleyville um „12 Uhr mittags“.

Punks auf Sylt, alles beim Alten in Bad Salzuflen. Und wer aus der Reihe tanzt, bekommt es mit dem Ordnungsamt zu tun. Kein Wunder, dass der Boom-Boom-Biergarten am Party-Kurparksee kürzlich auch mal in seine Schranken verwiesen wurde. Die dort als Feierbiester längst bekannten Gäste haben es aber auch wirklich regelmäßig übertrieben. Man stelle sich nur mal vor, wie die Verrückten dort eskalieren würden, wenn dieses Jahr eine echte Fußball-Europameisterschaft, und nicht nur eine schnöde Frauen-EM stattfinden würde. Zwar wären die Ball-hin-und-her-Geschiebe-Spiele der „echten Kicker“ weitaus torärmer, die schablonenhaften Interviews der Legenden gewohnt inhaltsleer und die Anzahl der Spielunterbrechungen durch plötzlich auftretende Krämpfe dreimal so hoch. Doch besser frisierte und hundertmal höher bezahlte Stars zu sehen. Kommt ja noch – im Winter. Wenn wir alle wieder mitjubeln …

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