Stadtgeschichte(n): High Noon in Schötmar. Der Bahnhof in Schötmar

High Noon in Schötmar

High Noon in Schötmar

Einst hatte Schötmar einen Bahnhof, der ohne Probleme als Kulisse für einen Wild-West-Film hätte herhalten können.

1892 wurde die Bahnstation mit Wartesaal I, II und dritter Klasse eröffnet. 1909 wurde der Bau erweitert und ab 1898 verfügte die Stadt über einen eigenen Güterbahnhof. Zugleich entstand am Bega-Ufer die noch heute sichtbare Mauer mit dem Abgang zum „Schötmaraner Bega-Hafen“. 1952 wurde eine „neue Bedürfnisanstalt mit modernen sanitären Einrichtungen“ angebaut, das vorhandene Schrankenwärterhäuschen entfernt und durch eine „turmartige Anlage auf dem Bahnhofsgebäude“ ersetzt.

An der Schranke stand man schon damals gut und gerne eine gefühlte halbe Stunde und noch heute beschleicht einen das Gefühl, die Schranken werden heruntergelassen, sobald der Zug in Herford losfährt.

Ein gelb-schwarzer Bau beendete 1973 die Wild-West-Romantik; praktisch und quadratisch präsentierte sich Schötmar dem Reisenden. Heute geht es hier eher rund: Nicht nur in Form des Neubaus, sondern auch dank zahlreicher kostenloser Parkplätze, der Paketstation und einem Reisebüro.

In den goldenen 20ern hatten die Schötmaraner übrigens eine tolle Idee: Sie wollten einen gemeinsamen Bahnhof mit Bad Salzuflen bauen – ungefähr an der Stelle, wo heute die Lockhauser Straße über die Bahn führt. Proteste aus dem „aufstrebenden Bad“ Salzuflen sorgten dafür, dass die Pläne schnell wieder in der Schublade verschwanden …

Kommentar verfassen