22.05.2014 // Errorhead im Bahnhof

SalzstreunerWarum sind die eigentlich nicht berühmt?

Diese Frage bekommt man häufiger zu hören, wenn man einen Errorhead-Neuling mit auf ein Konzert nimmt. Denn wenn Können, Leidenschaft und ansteckende Begeisterung die Kriterien sind, durch die Musiker zu Stars werden, dann müsste die Band um Markus Deml seit Jahren in der ersten Liga des Business mitmischen. Auch beim zweiten Auftritt in Bad Salzuflen zeigte sich die Band von ihrer besten Seite. Das zahlreich anwesende Fachpublikum, die Fans und auch alle oben erwähnten Errorhead-Neulinge ließen sich nicht lange bitten – schon nach wenigen Minuten und spätestens beim zweiten Song hatten Errorhead das gesamte Publikum fest im Griff.

One Of These Days: Der eingängige Song aus dem vorletzten Album Organic Pill bietet trotz seiner amtlich bescheinigten Radiotauglichkeit jede Menge Freiraum, den Markus Deml für sein unvergleichbar virtuoses Gitarrenspiel zu nutzen wusste. Mit jeder Note, die der Ausnahmemusiker seinem Instrument entlockte, versteinerten sich die ehrfurchtsvoll entrückten Mienen der zahlreichen Musiker, die sich unter das Publikum gemischt hatten. Regelmäßig entladen wurde die lähmende Begeisterung glücklicherweise durch spontanen Applaus, der reflexartig nach fast jedem Solo einsetzte. Auch die treibenden Bässe und das ebenso druckvoll wie präzise bediente Schlagzeug verhinderten die Schockstarre bei Freunden, Fans und Bewunderern der Band. Hier zeigten Frank Itt und Athanasios Zacky Tsoukas, dass das Projekt Errorhead viel, viel mehr ist, als ein begnadeter Gitarrist mit etwas hübschem Beiwerk. Beide sind Koryphäen ihrer Zunft und maßgebend für den einzigartigen, kantigen Sound der Band.

Die singende Stimme von Errorhead kommt seit dem letzten Album Evolution von Karsten Stiers, der sich nicht nur bei den raueren Stücken, sondern auch bei Balladen wie I´m Just Existing hörbar wohlfühlt. Letzteres Stück würde auch in den großen Stadien und Arenen eine hervorragende Hymne für den Festivalsommer abgeben, doch Qualität hat längst nicht immer etwas mit Ruhm und Top-Platzierungen in den Charts zu tun. Womit wir wieder bei der Frage sind: Warum sind die eigentlich nicht berühmt? ta

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