Kaufleute fürchten um die Existenz

Plakat der Kaufleute Bad Salzuflen

Jörn Dräger zeigt das Plakat, mit dem die Kaufleute Bad Salzuflen mit ihren Kunden ins Gespräch kommen wollen.

„Besuchen Sie den Bad Salzufler Einzelhandel, solange es ihn noch gibt“, so betitelt der neu gegründete Verein der Kaufleute Bad Salzuflen seine Pressemitteilung  zu seiner Aufklärungs- und Unterschriftenaktion, mit der die eigenen Kunden des lokal ansässigen Einzelhandels für die anstehende Entscheidung über das Verkehrskonzept in der Innenstadt sensibilisiert werden sollen.

Auf einem Plakat, das schon bald in nahezu jedem Einzelhandelsgeschäft der Innenstadt hängen soll, zeichnen die ortsansässigen Kaufleute ein düsteres Szenario vom zukünftigen Alltag zwischen Oster- und Brüderstraße. Demnach wird das Shopping in Bad Salzuflen zwar bald „mit Geysir und edlem Pflaster“ möglich sein, „aber ohne Einzelhandel“.

„Wird die Durchfahrt an der Post zur Salzsiederstraße dicht gemacht, wird die Innenstadt für Kunden, die nur kleine Besorgungen zu erledigen haben, völlig uninteressant“, erklärt Jörn Dräger, Vorsitzender der Kaufleute Bad Salzuflen. Für ihn und seine Kollegen aus dem lokalen Einzelhandel steht fest, dass die Innenstadt mit einer Sperrung an der Ecke Steege und Am Markt künftig noch menschenleerer wird. „Zahlreiche Stammkunden werden sich umorientieren und dort ihre Einkäufe tätigen, wo sie direkt vor der Tür parken können“, so Dräger. Auch die Post-Filiale am Salzhof wird nach Auffassung der Kaufleute für viele Menschen uninteressant, wenn die Parkflächen davor verschwinden werden.

Die bevorstehende Einwohnerbefragung zur zukünftigen Verkehrsführung sehen die Mitglieder des Vereins überwiegend positiv. „Natürlich begrüßen wir diesen demokratischen Prozess“, erklärt Ute Wagner, doch um urteilen zu können, müssten die Menschen auch ausreichend darüber informiert werden, welche Konsequenzen die Sperrung der Salzsiederstraße nach sich ziehen würde. „Wir Einzelhändler kämpfen Tag für Tag um jeden Kunden“, so Mathias Herlitzius, „wenn die Verkehrsentwürfe aus dem Rathaus noch mehr Menschen von der Innenstadt fernhalten, können einige Kolleginnen und Kollegen ihren Laden bald abschließen. Mit der Folge, dass die Stadt weiter an Attraktivität verliert und noch weniger Kunden den Weg in die City finden. Es wird ein Kreislauf in Gang gesetzt, der Bad Salzuflen in Schönheit sterben lässt.“

Die Kaufleute Bad Salzuflen werden in ihren Geschäften auch Unterschriften für den Erhalt der Durchfahrt zur Salzsiederstraße sammeln. Und das nicht nur bis zum Ende der Bürgerbefragen am 30. Januar, sondern bis zur Entscheidung im Rathaus. Denn schlussendlich entscheidet auch hier die Politik am Ende darüber, wie es in und mit Bad Salzuflen weitergeht. „Mit der Entscheidung leben müssen dann aber die Einzelhändler“, heißt es in der Presseerklärung des Vereins.

(c) Foto: Privat

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