Eis, Eis, Toni! Interview mit Alberto „Toni“ Le Rose

Alberto "Toni" Le Rose // Foto: ta

Alberto „Toni“ Le Rose // Foto: ta

Drachenfrucht oder Engelblau? Butterkeks oder Snickers? Zeiten ändern sich, Geschmacksrichtungen auch. Wer heute „Eiscreme” sagt, kann 32 Sorten meinen. Wie gut, dass es noch einige Dinge gibt, auf die man sich verlassen kann. Zum Beispiel darauf, dass das Eis im Eiscafé Roma jeden Tag frischgemacht in den Becher kommt. Wir haben uns mit Alberto Toni Le Rose auf einen Milchkaffee getroffen.

Toni, welches Eis ist 2016 besonders angesagt? Stracciatella, Vanille und Schokolade waren schon immer beliebt und werden es immer bleiben – auch in diesem Jahr. Allerdings kommen immer wieder neue Sorten dazu. Als ich 1973 als Angestellter im Eiscafé Roma angefangen habe, hatten wir sechzehn verschiedene Sorten, heute sind es über dreißig.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Kann man sich auf den Geschmack der Kunden denn wenigstens einstellen? Wir kennen unsere Gäste mittlerweile sehr, sehr gut. Deshalb wissen wir auch, was sie wünschen, was bei ihnen ankommt und was nicht. Außerdem können wir Tag für Tag neu entscheiden, welches Eis wir anbieten wollen. Jeden Tag machen wir frisches Eis. Wir bereiten es am Abend vor und verarbeiten es am nächsten Morgen. Um Viertel vor acht geht es morgens schon los.

Das ist sehr früh, zumal der Arbeitstag auch gern mal bis in den Abend reicht. Richtig. In den Sommermonaten bin ich mit meiner Familie oft bis halb zwölf im Eiscafé – und das an sieben Tagen in der Woche. In diesem Monat gönnen wir uns montags noch einen Ruhetag, doch das ist ab Anfang April vorbei. Dann sind wir auch am Montag da. Ich weiß, dass sich viele Eltern jetzt schon darauf freuen, die Zeit mit einem Eis oder einem Cappuccino zu überbrücken, während ihre Kinder in der Musikschule oder beim Sport in der Turnhalle am Kirchplatz sind. Auch für sie öffnen wir schon im April an jedem Montag.

Jetzt weiß ich, was du damit meinst, wenn du sagst, dass du deine Gäste sehr, sehr gut kennst. Es ist noch mehr als das. Hier in Schötmar ist das für mich schon so wie mit einer Familie. Manche Gäste kenne ich seit Anfang der Siebzigerjahre. Als Kinder haben sie, nach dem Unterricht in der Grundschule am Kirchplatz, für ein paar Groschen bei mir eine Kugel Eis in der Waffel gekauft. Heute kommen sie mit ihren Kindern und manche sogar mit ihren Enkelkindern zu uns. Die Verbundenheit mit den Menschen hier ist der Grund dafür, dass ich mit dem Eiscafé Roma nie von Schötmar weg wollte, obwohl es auch attraktive Angebote aus anderen Ortsteilen und der Innenstadt gab.

Apropos Familie – das Eiscafé ist längst ein Familienunternehmen. Das war es schon immer. Ohne meine Frau Anna Maria würde an heißen Sommertagen gar nichts gehen. Egal wie hoch die Temperaturen sind – sie behält beim Verkauf an der Theke einen kühlen Kopf. Meine Kinder helfen auch immer noch mit, sofern es die Zeit erlaubt. Meine Tochter Jasmin studiert erfolgreich Literaturwissenschaften, mein Sohn Dennis Komposition für Film und Theater. Ich bin sehr stolz und dankbar. Unterstützt werden wir zusätzlich von zwei Aushilfskräften.

Zum Schluss bitte eine kurze Antwort zu dem Gerücht, dass du das Eiscafé bald schließen wirst. Das ist absoluter Quatsch. Da hat dich jemand aufs Glatteis geführt.

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