Stadtgeschichte(n): Eine Berufsschule für zwei Städte

Foto: Stadtarchiv Bad Salzuflen // Montage: so

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Am 22. September 1928 wurde die Urkunde zur Errichtung der gemeinsamen Berufsschule der Städte Bad Salzuflen und Schötmar im Grundstein versenkt.

Fast genau 80 Jahre später erblickte das Dokument aus Schweinsleder mit dem Abriss des Gebäudes erneut das Licht der Welt – wenn auch in eher abenteuerlichem Zustand. Im Januar 1930 wurde die von Carl Reuter entworfene Berufsschule mit einem Festakt eröffnet. Die Paulinenstraße (heute Schützenstraße) hatte man zuvor noch in einen passierbaren Zustand versetzen müssen. In der Lehrküche, der Malerklasse und im Zeichensaal erfolgte die Ausbildung. 1933 übernahm der Kreis Lippe die Schule, später gingen die Aufgaben u. a. an das 1965 in Lemgo eröffnete Lüttfeld-Berufskolleg über.

1941 wurden die Räume von der Wehrkreisverwaltung VI aus Münster als Teil-Lazarett übernommen. Lehrer und Schüler mussten sich nun die Klassenzimmer mit Jungen und Mädchen der Oberschulen und der Roten Schule teilen. 1945, circa drei Wochen vor dem Einmarsch der Amerikaner in Bad Salzuflen, unterzeichnete man eine neue Vereinbarung über die weitere Nutzung. Da im Juni noch 200 Verwundete im Lazarett gepflegt wurden, konnten die britischen Besatzer das Gebäude erst im September 1945 nutzen. Später wurde hier die Versorgung der britischen Truppen in ganz Westeuropa organisiert, woraus sich das Hauptquartier der NAAFI (Navy, Army, Air Force Institutes) entwickelte.

1955 wurde das Gebäude wieder freigegeben. Nach einigen Sanierungen und Anbauten war es für die Berufsschule wieder betriebsbereit. Am Ende wurde das Gebäude jedoch von der Stadt genutzt, zuletzt saßen hier Schiedsmann, Hochbauamt und Denkmalschutz. Seit 2009 wartet das Grundstück auf eine neue Nutzung.

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