Innenstadt bewegt: Keine Tickets mehr im Bahnhof

Foto Bärbel Rinke Bahnhof Bad Salzuflen

Bärbel schließt ab: Der persönliche Ticketverkauf im Bahnhof wird verschwinden.

Acht Jahre lang war Bärbel Rinke die gute Seele des kleinen Reisecenters im Bahnhof. Ende Juni geht die Detmolderin in den verdienten Ruhestand. Der Platz, den Bärbel Rinke verlässt, wird nicht neu besetzt. Mit anderen Worten: Der persönliche Ticketverkauf im Bahnhof wird verschwinden. Bis auf Weiteres …

Diese Entscheidung trifft allerdings nicht die Bahn, sondern Thomas Daubel, der das Bahnhofsgebäude im Jahr 2008 von dem Verkehrsunternehmen übernommen hatte. Seitdem hat er sich eher unfreiwillig als Inhaber des Reisebüros und Ticketschalters engagiert. Jetzt ist Schluss. „Ich habe kein Personal und selbst auch nicht die Ressourcen, um mich weiterhin um den Fahrkartenverkauf in einem eigenen Verkaufsbüro zu kümmern”, erklärt der Salzufler, der sich in der Zukunft weiter auf seine Kerngeschäfte, Catering und Partyservice, konzentrieren möchte.

Das Bahnhofsgebäude, das Thomas Daubel seit dem Kauf laufend saniert, ausgebaut und aufgewertet hat, wird demzufolge künftig ausschließlich für Firmen- und Familienfeiern, für Seminare und Meetings, für Konzerte und (sogar) Gottesdienste geöffnet sein. Auch der Verein Gleis 1 kulturbahnhof wird im Bahnhof weiterhin für Kleinkunst und Musik sorgen. Ansonsten bleibt der Backsteinbau jedoch geschlossen. Fahrkarten gibt es dann nur noch am Automaten oder in den Zügen.

Eine Tatsache, die Thomas Daubel selbst bedauert und möglichst verhindern möchte. „Seit mehreren Monaten bin ich auf der Suche nach einer guten Lösung. Ich bin mit einigen Anbietern aus der Reisebranche im Gespräch, um einen Fahrkartenverkauf mit Beratung im oder am Bahnhof zu halten. Eine denkbare Alternative wäre auch eine an das Gebäude angebundene Verkaufsstelle, direkt am Bahnsteig”, erklärt er. Dafür könnte nach seinen Vorstellungen sogar ein Info- und Verkaufscontainer aufgestellt werden.

Dass es mit dem persönlichen Beratungsservice rund um den Ticketverkauf am Bahnhof weitergeht, das liegt auch ihm am Herzen, „schließlich wertet eine Anlaufstelle für An- und Abreisende nicht nur den Bahnhof, sondern die ganze Kurstadt auf.” Die Suche geht also weiter.

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