DVD-Check: Fucking Berlin – Studentin und Teilzeithure (2016)

Fucking Berlin DVD

Cover Fucking Berlin

Sex sells nach wie vor – und seit Fifty Shades of Grey auch wieder im Buchladen sowie im Kino. Oder auch nicht: Die Geschichte Fucking Berlin von Sonia Rossi hat es zwar in die Spiegel-Bestseller-Listen geschafft, allerdings nicht ins Kino. Der Film zum Buch erscheint direkt auf DVD.

Erzählt wird ein Kapitel aus der Autobiografie der Autorin Sonia Rossi: Als 20-Jährige kommt die gebürtige Italienerin nach Berlin, um Mathematik zu studieren. Hals über Kopf verliebt sich Sonia (Svenja Jung) in die schillernde, pulsierende Stadt. Ein Freund, der die vermeintliche Leichtigkeit des Berliner Lebens im 24/7-Betrieb vorlebt, ist schnell gefunden. Das Einzige, was nicht mit Sonias Träumen mithalten kann, ist ihr Bankkonto. Berlin ist teuer. Und für eine Studentin (ohne reichen Freund) sehr teuer.

Über einen Bekannten knüpft Sonia erste Kontakte zu der Branche der käuflichen Liebe. Allerdings animiert sie zunächst nur vor der Webcam ihre Kunden zu autoerotischen Abenteuern. Doch der nächste, noch lukrativere Schritt in den gemütlichen Wohnungspuff ist schnell gemacht. Hier wird Sonia zu Mascha. Und ihr Leben zu einer Achterbahnfahrt mit vielen Höhen und einigen Tiefen.

Der autobiografische Roman Fucking Berlin kam 2008 mit zahlreichen Verrissen aber ordentlichen Verkaufszahlen in die Buchläden. Bis heute ist die Intention der Autorin, die mittlerweile in der IT-Branche arbeitet, nicht vollständig geklärt. Auch der Film legt sich nicht fest. Für ein Drama ist er zu leicht, für eine Milieustudie viel zu oberflächlich. Unterm Strich bleibt nicht viel mehr als ein möchtegern-frivoles, aber immerhin unterhaltsames Hochglanzvideo vom hippen Berlin. ta

Titel: Fucking Berlin
Regie: Florian Gottschick 
Genre: Drama
Laufzeit: 96 Minuten
Schauspieler: Svenja Jung, Mateusz Dopieralski, Christoph Letkowski

Foto: © 2016 EuroVideo

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