Jetzt erst recht! Interview mit dem Planungskomitee des HAUSes Holzhausen

Das Planungskommittee des HAUSes Holzhausen: Cornelia Fricke, André Pöttker, Dirk Voss und Detlef Busse

Das Planungskommittee des HAUSes Holzhausen: Cornelia Fricke, André Pöttker, Dirk Voss und Detlef Busse // Foto: ta

Irgendwie passt das: Das HAUS in Holzhausen heißt eigentlich Jugendhaus Holzhausen, die tragenden Wände sind eigentlich krumm und schief und das Jubiläum zum 40-Jährigen findet eigentlich zu spät statt – nämlich 42 Jahre nach der ersten Nutzung als Treffpunkt für die Jugend. Noch außergewöhnlicher: Während üblicherweise die meisten Vereine über mangelndes Engagement und zu wenige Helfer klagen, stürzen sich im HAUS viele Freiwillige kopfüber in die Arbeit – um das mittlerweile stark angeschlagene Gebäude äußerlich zu erhalten und um es von innen wieder mit mehr Leben zu füllen.

Am 16. September feiert ihr euer 40-Plus-Jubiläum. Gibt es denn überhaupt etwas zu feiern?
André Pöttker: Angesichts der ungewissen Zukunft des Hauses würde sich mancher vielleicht die Lust auf eine große Feier verderben lassen. Bei uns ist das genau umgekehrt. Jetzt erst recht lautet unsere Devise.
Cornelia Fricke: Genau. Außerdem geben wir die Hoffnung nicht auf, dass sich seitens der Stadt in Sachen Sanierung auch etwas tun wird.

Bevor wir zur Feier kommen, sprechen wir über die Zukunft vom HAUS. Wie stellt ihr euch diese vor?
Dirk Voss: Seit mehr als 40 Jahren hat das HAUS den Kindern und Jugendlichen in Holzhausen einen Mittel- und Treffpunkt geboten. Die Jugend und das junge Erwachsenenalter mehrerer Generationen wurden von der Freizeit im HAUS wesentlich geprägt. Damals stand hier noch ein Münztelefon, das man anrufen konnte. Wenn die Schule oder die Berufsschule aus war, wurde sofort hier angerufen, um zu hören, ob das HAUS geöffnet war. Hat jemand abgehoben, ist man losgefahren. Hier wurde gefeiert, Fußball geguckt, gespielt oder einfach nur abgehangen. Das HAUS war eine Institution – und die soll es auch wieder werden.
Detlef Busse: Das HAUS hatte über Holzhausen und Sylbach hinaus eine große Bedeutung. Ich erinnere mich an viele große und kleine Veranstaltungen. Auch an das große Pfingstzeltlager der Stadt – mit mehr als 200 Kindern und Jugendlichen.

Wie sieht die aktuelle Situation aus?
André: Die großen Probleme des Gebäudes sind ja nicht erst seit der letzten Ortsausschusssitzung der Stadt und der darauffolgenden Berichterstattung in der Presse bekannt. Seit Jahren wurden im HAUS keine wesentlichen Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen mehr ergriffen. Als es im Jahr 2011 schon einmal als einsturzgefährdet galt, wurden eilig einige Stahlträger an die Holzbalken gedübelt und fertig. Für das Innenleben des Gebäudes, zum Beispiel für die technische Ausstattung für die Veranstaltungen, waren ohnehin meist die Leute vom Gremium, also wir selbst, zuständig.

Das Gremium? Das hört sich sehr wichtig an …
Cornelia: Das ist es auch. Wer einmal ins Gremium gewählt wurde, bleibt auf Lebenszeit drin (lacht).
André: Tatsächlich beschließt das siebenköpfige Gremium darüber, welche Veranstaltungen durchgeführt und welche Investitionen von unseren bescheidenen Mitteln getätigt werden sollen. Zudem besitzt man als Mitglied des Gremiums einen Schlüssel für das HAUS. Vor einiger Zeit war das mal sowas wie ein Ritterschlag.
Detlef: Zurzeit arbeiten wir daran, aus diesem Gremium einen gemeinnützigen Verein entstehen zu lassen, damit wir künftig auch strukturell professioneller arbeiten können.

An Freiwilligen und Mithelfern fehlt es also nicht?
Dirk: Absolut nicht. Auch wenn das Leben im HAUS etwas ruhiger geworden ist, ist sein Erhalt noch immer für viele Holzhauser und Ex-Holzhauser eine Herzenssache. Wir haben zahlreiche helfende Hände und mitdenkende Köpfe, die aus dem HAUS wieder ein echtes Jugend- bzw. Dorfgemeinschaftshaus machen wollen.

Und daher auch nun das große, verspätete Jubiläumsfest?
André: Das kommt jetzt genau zur richtigen Zeit. Denn es wird noch einmal deutlich machen, wie wichtig das HAUS für Holzhausen und auch für Bad Salzuflen immer war und auch immer noch ist. Wir erwarten viele Freunde, Besucher und Gäste aus den vergangenen Jahren. Menschen, die hier aufgewachsen sind oder die zu einzelnen Veranstaltungen wie das weihnachtliche Weinfest oder das Osterfeuer nach Holzhausen gepilgert sind. Es wird ein großes Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern geben. Wir freuen uns riesig darauf.

Das Interview haben wir mit dem Planungskomitee des HAUSes Holzhausen geführt: Cornelia Conny Fricke, André Pöttker, Dirk Voss und Detlef Busse (Foto v. l.). Einen Vorgeschmack auf die Feier am 16.09. bekommt ihr hier, eine kurze Geschichte über die Geschichte des Hauses hier. Kontakt könnt ihr über jugendhaus-holzhausen@web.de aufnehmen.

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