Stadtgeschichte(n): Die älteste Kneipe der Dammstraße

Ansicht Dammstraße um 1885

Ansicht Dammstraße, 1885 // Foto: Stadtarchiv / Sammlung Meinardus

Sie ist vielleicht nicht die älteste Kneipe der Stadt – aber immerhin die älteste der Dammstraße: Die Kate. Im November wird gleich ein doppeltes Jubiläum gefeiert, denn dann besteht die Gaststätte seit genau 60 Jahren. Seit 10 Jahren wird sie von Anette und Dieter Göllner geführt.

Am Mittwoch, den 13. November, wird das ab 18 Uhr mit Live-Musik der Paderborner Sängerin Betty Atlassi und ihrer Band kräftig gefeiert. Dieter wirft dazu den legendären Grill an, auf dem sich sonst die Stadionwürste für hungrige Fußballfans drehen. Der Grund für den Termin in der Woche ist schnell erklärt: Das Eröffnungsdatum war ein Freitag, der 13.

Offensichtlich hat es Glück gebracht, denn seit 10 Jahren ist die Kate fester Anlaufpunkt für Schützen, Knobel- und Skat-Gruppen, Stammtische, Fußballfans und Stadtentdecker. Sie dürfte einer der letzten Mohikaner deutscher Kneipenkultur sein. Denn samstags werden hier noch Mett- und Käsebrötchen zum Frühschoppen serviert.

Innenansichten Kneipe Zur Kate in den 1970er Jahren

Innenansichten der Kneipe Zur Kate in den 1970er Jahren. // Foto: Zur Kate

Aral Tankstelle in der Dammstraße in den 1950er Jahren

In den 1950er Jahren befand sich im Gebäude eine Tankstelle // Foto: Stadtarchiv / Sammlung Meinardus

1959 wurde das Gebäude zur Gaststätte umgebaut. Ein Jahrzehnt später hieß es bereits Zur Kate. In seinem Umfeld hat das um 1820 erbaute Fachwerkhaus über die Jahrhunderte viele Veränderungen erlebt. Die Dammstraße verdankt ihren Namen ursprünglich der ehemaligen Mühle und ihrem Teich (Mühlendamm). An ihr entlang verlief die alte Stadtmauer, von deren Schleifung nach 1840 nur noch die Teile an der Turmstraße und hinter der Osterstraße übrig blieben. Auf einer Aufnahme von 1885 sieht man, wie kleinteilig Bad Salzuflen einst gegliedert war: Neben einem großen Fachwerkhaus (rechts der Kate) duckt sich ein wesentlich kleineres – von beiden fehlt heute jede Spur. Vor dem Umbau zur Gaststätte wurde das Haus auch als Werbeträger für die benachbarte Aral-Tankstelle genutzt. Ein Bild aus den 1950ern zeugt noch davon. Tankstelle und Nachbarhäuser sind verschwunden. Auch die linke Ecke des Hauses wurde zwischendurch gestutzt, um dem gestiegenen Straßenverkehr Platz zu machen.

1989 entstand der Anbau mit dem Biergarten, der 2009 modernisiert wurde. Seit der Stadtrenovierung der vergangenen Jahre finden sich vor der Kate – wie auch vor anderen Gaststätten der Stadt – einige der Leuchtsteine, die an lauen Sommerabenden die besondere Stimmung in der Altstadt verstärken. An Herbst- und Wintertagen versprüht insbesondere der Wintergarten des Hauses seinen ganz eigenen Charme: Hier sitzt man mitten in der Stadt, fast wie draußen und doch im Warmen.

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