Foto Biesemeier im Jahr 1958.
Foto Biesemeier im Jahr 1958. Foto: Paetzold, Karl Heinz (2008): Aus Salzuflens vergangenen Tagen. Ein Bildband mit Anekdoten und Anmerkungen. MPS: Bad Salzuflen, S. 47.

Teil 6 der Salzstreuner-Serie Straßen und ihre Gesichter führt uns in die Osterstraße. Trotz ihrer beschaulichen Länge von nur knapp 400 Metern hat der Abschnitt zwischen der Riestestraße im Osten und Am Markt im Nordwesten schon immer viel zu bieten gehabt – stadtgeschichtlich, kulturell und sogar architektonisch.

Franz Fanenbrucks Betrieb um 1920.
Franz Fanenbrucks Betrieb um 1920. // Foto: Paetzold, Karl Heinz (2008): Aus Salzuflens vergangenen Tagen. Ein Bildband mit Anekdoten und Anmerkungen. MPS: Bad Salzuflen, S. 43.

Die große Bedeutung der Osterstraße, die in ihrer Geschichte auch schon den Namen Alleestraße trug, lässt sich daran erkennen, dass hier im Mittelalter eines der vier Stadttore zu finden war. Damals wie heute bietet die Osterstraße eine Zufahrt zum Stadtkern von Bad Salzuflen. Daher überrascht es auch nicht, dass sich hier im Laufe der Zeit viele Firmen niederließen. Auch der Salzufler Peter Franz Fanenbruck gründete in der Osterstraße (Nummer 46) seinen Handwerksbetrieb. Nach wie vor ist das Unternehmen sehr erfolgreich tätig, mittlerweile befindet sich sein Sitz allerdings im Ortsteil Schötmar. 

Die Buchhandlung Emil Maschke ist hingegen noch immer in der Osterstraße 28 zu finden. Das Geschäft für Literatur und Kunst wurde im Jahr 1826 gegründet. Ein Firmengründer, der zudem maßgeblich zur visuellen Dokumentation der Salzufler Geschichte beigetragen hat, war der gebürtige Detmolder Karl Biesemeier. 1931 verlegte der begeisterte Fotograf sein Fotofachgeschäft in die Osterstraße 31, wo es sich noch heute befindet.

Die Architektur der Osterstraße hat sich in der Vergangenheit immer wieder gewandelt. Besonders altes Fachwerk ist an dem Haus zu bestaunen, in dem sich heute das Anno 1966 befindet. 1571 wurde es erbaut. Im Jahr 1702 erhielt der hier ansässige Wirt seine Schankerlaubnis. Gesellig ging es auch im Hotel Kaiserhof an der Ecke zum Ostertor zu. Hier betrieben die Hoffmann‘s Stärkefabriken Anfang des 20. Jahrhunderts ein Kasino. 1977 wurde das Gebäude abgerissen, um Platz für das Parkhaus zu machen. 

Wolfgang Honsdorf sowie Dagmar und Peter Essmann 2008.
Wolfgang Honsdorf sowie Dagmar und Peter Essmann bei der Eröffnung der Ostertor Galerie im Jahr 2008. // Foto: Paetzold, Karl Heinz (2008): Aus Salzuflens vergangenen Tagen. Ein Bildband mit Anekdoten und Anmerkungen. MPS: Bad Salzuflen, S. 36.

Mit seinem futuristischen Design galt der Neubau lange Zeit als das modernste Parkhaus in ganz Europa. Nur eine Straßenecke weiter entstand vor vierzehn Jahren ein imposantes Gebäude, das insbesondere durch seine zeitgemäße kubische Architektur ins Auge sticht. Die Ostertor Galerie füllte hier im Jahr 2008 eine Baulücke, die nach dem Abriss des Sparkassen-Gebäudesentstanden war. Investor Peter Essmann konnte seine Vision von einem modernen Gebäudekomplex realisieren.

An der Ecke Osterstraße/Am Markt war im 16. und 17. Jahrhundert vor allem die städtische Oberschicht zu Hause. Bartold Bexten vom Amtsmeierhof Bexten und seine Frau Anna Alfermann ließen in der Osterstraße 39 einen pompösen Steinbau errichten. Und auch zwei Bürgermeister haben sich baulich verewigt: Jobst Gießenbier mit einem zweigeschossigen Bruchsteinhaus sowie Johann Barkhausen mit dem prachtvollen Rathaus.

Quellen: Meyer, Franz (2007): Bad Salzuflen. Epochen der Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte: Bielefeld, S. 90. //
Paetzold, Karl Heinz (2008): Aus Salzuflens vergangenen Tagen. Ein Bildband mit Anekdoten und Anmerkungen. MPS: Bad Salzuflen, S. 27, 30, 31, 36, 37, 42, 43, 45, 46, 47.

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