Streusalz – die Glosse im Oktober 2010

So langsam neigt sich das Jahr dem Ende entgegen. Und so – nur gefühlte Stunden vor dem Wintereinbruch – kann man ja langsam mal anfangen, an Weihnachten zu denken, während man im Supermarkt schon zur dritten Spekulatius-Verköstigung der Saison gebeten wird. Eines ist klar: Die Weihnachtswunschliste wird dieses Jahr in Bad Salzuflen verdammt lang.

Der Kämmerer wünscht sich Steuererhöhungen und hat dazu schon mal den verbalen Stiefel rausgeholt – dummerweise war der Rat der Stadt spontan nicht bereit, diesen zu füllen. Der Geschäftsführer des Staatsbades wünscht sich, dass in der leeren Klinik am Kurpark möglichst bald hässliche Nasen hübsch gemacht werden und der polnische Investor nicht einen gleichklingenden Abgang macht. Die Retzer wünschen sich den Erhalt ihrer Grundschule – auch wenn sie eine Zunahme der schulpflichtigen Kinder im Ortsteil selber in der Hand oder im Schoß haben. In Aspe wünschen sich die Schüler ihr altes Gymnasium zurück und summen leise Lennons „Yesterday“. Die Werbegemeinschaft wünscht sich längere Öffnungszeiten für ihre Weihnachtsfeier und auch gleich noch eine Innenstadtsperrung – das ist besser für die Besucher und fürs Geschäft. Und vielleicht wünscht sich mancher doch keinen Tornado zwischen Lietholzstraße und Kurparksee…

Ein ganzer Sack voller Wünsche – und doch steht zu befürchten, dass der, der auf ihre Erfüllung hofft, wohl wirklich noch an den Weihnachtsmann glaubt….

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