Streusalz – die Glosse im Januar

Der Februar kommt und mit ihm langsam auch der alljährlich größte anzunehmende Karneval – kein Fernsehsender, der auf die Höhner, Black Föös, Du Ei oder Tättääää verzichten mag. Und im Kullertal sind die Katzen los. Wie kommt es eigentlich, dass sich die zwangslustige Veranstaltung Karneval in Bad Salzuflen nie wirklich hat durchsetzen können?

Sicher, es gibt hier genug Menschen, die schon ohne Pappnase lustig wirken – und zwar das ganze Jahr über. Auch das Verkleiden, das Schlüpfen in andere Rollen beherrscht der Salzufler perfekt: Da gibt es Gastronomen, die keine sind, aber damit wenigstens ins Fernsehen gekommen sind. Jede Ratssitzung gleicht inzwischen mehr einer Karnevalsveranstaltung, wobei die Büttenredner durchaus verbesserungswürdig sind.

Wir haben sogar Straßen, die nur so tun als ob. Dabei sind es einfach nur 4.980 Schlaglöcher, die sich gemeinsam so verkleidet haben. Statt Kamelle werden freigiebig Strafzettel verteilt und Umzüge werden eh laufend veranstaltet. Man muss nur mal versuchen, in der Zeit der Rübenernte einigermaßen schnell von A nach B zu kommen und schon ist man selber Teil einer großen Prozession.

Und bunte Reime, lustige Sprüche und Kritik an der Obrigkeit sind hier täglich Brot: Die Beetstraße betreibt das ganzjährig. Selbst ein als Kunst getarnter Motto-Wagen ist ständig in der Stadt unterwegs.

Deshalb hat sich der Karneval in Bad Salzuflen wohl nie durchgesetzt: Weil wir hier das ganze Jahr irgendwie Karneval haben.

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