Alles soll bald schöner werden in Bad Salzuflen. Wenn erst einmal die Fußgängerzone auf links gezogen und neu gestaltet worden ist, wird sie, so hoffen es jedenfalls Politik und Verwaltung, Bürger und natürlich auch der Einzelhandel, die Menschen aus nah und fern zum Shoppen und Bummeln anlocken.
Doch Bad Salzuflen ist noch viel mehr als der verkehrsberuhigte Bereich, der sich zwischen Salzhof und Schliepsteiner Tor erstreckt. Um das Areal von der Osterstraße bis Am Markt muss dem Salzufler wohl nicht bange sein, zählt dieser doch zu den beweglichsten und muntersten Straßenzügen der Stadt. Anders verhält es sich da schon, wenn man hinter das Schliepsteiner Tor, in die Brüderstraße blickt. Mit der Schließung des Filmbühne Kinocenters ist hier ein wichtiger Anziehungspunkt ersatzlos weggebrochen. Und auch das in exponierter Lage leer stehende Gebäude des ehemaligen Restaurants Quellenhof dient nicht gerade dazu, die Attraktivität der Brüderstraße zu steigern, wenngleich vor dem Gebäude zeitweise kniehoch die Kornblumen blühen.
Hinzu kommt eine zumindest fragwürdige Parkgebührenordnung der Stadt, die das Parken in Bad Salzuflen teurer macht als in vielen anderen, sogar größeren Städten: Seitdem die Betätigung der Brötchentaste dem 1-Euro-Ticket (für eine Stunde) gewichen ist, ist die Brüderstraße wie auch die Roonstraße für das Kurzzeitparken für kleinere Besorgungen gänzlich weggefallen. Wer will schließlich für sein Brötchen, seine Zigaretten oder seine Kugel Eis einen Euro obendrauf bezahlen?
Was also tun? Die anliegenden Einzelhändler und Gastronomen der Brüderstraße wollen sich ihrem Schicksal nicht ergeben, sondern gegensteuern. Schließlich gibt es hier auch ohne Kino noch immer eine Menge in der Auslage.
Ob Antiquitäten oder modische Hüte, hochmoderne Unterhaltungselektronik oder Spezialitäten für Genießer, Wellness/Beauty-Studio oder Gastronomie (mit türkischer oder deutscher Küche): Die Vielfältigkeit der Brüderstraße ist groß. Noch größer ist allein das Problem der Sichtbarkeit, da durch die oben geschilderten Veränderungen der vormals muntere Durchgangsverkehr von Fußgängern und Kurzzeitparkern erheblich reduziert wurde. Das soll sich ändern, versprechen die Inhaber der Geschäfts- und Gastrowelt in der Brüderstraße. Schon bald wird es von ihnen deutliche Signale dafür geben, dass die Brüderstraße lebt. Wir freuen uns darauf …
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Das Menningas schließt …
Oder besser formuliert: Es macht gar nicht mehr auf. Passend (oder vielleicht eher unpassend) zu unserer optimistisch gestimmten Titelstory im letzten Streuner haben wir erfahren, dass das kleine Spezialitätenrestaurant Menningas nach nicht einmal einem Jahr schon wieder schließt.
Zu dieser drastischen Maßnahme sah sich das Menningas-Team gezwungen, da insbesondere seit dem Schließen des Kinocenters der Umsatz deutlich zurück gegangen ist. „Der für uns überlebenswichtige Fußgängerverkehr findet in der Brüderstraße seitdem einfach nicht mehr im erforderlichen Maße statt“, so Küchenchef Jörg Menninga. Die Entwicklung sei seit Anfang des Jahres eindeutig und deshalb habe man sich laut Jörg Menninga lieber zu einem Ende mit blauem Auge als zu einem Schrecken ohne Ende entschlossen.
Die geplanten Bemühungen der weiteren geschäftlichen Anlieger in der Brüderstraße gehen indes weiter. Denn auch wenn mit dem kleinen Restaurant ein Hoffnungsträger und Impulsgeber in der Straße wegbricht, gibt es hier noch zahlreiche Anbieter, die den Besuch der Brüderstraße lohnenswert machen …