Flyer Kinder in Not OWL
Flyer Kinder in Not OWL

„Ich habe jetzt keine Lust mehr.“ So soll der erste Vorsitzende Reinhard Lehmann eher unförmlich die erste Jahreshauptversammlung des Vereins „Kinder in Not OWL“ beschlossen haben. Spätestens nach diesen Worten war für Vereinsmitglied Jürgen Ortmann „die Sache erledigt“. Die erhofften Informationen zu den Gesamteinnahmen des Vereins, die entlastenden Beweise zu den immer lauter werdenden Vorwürfen von außen und die Aufschlüsselung darüber, an welche bedürftigen Personen die Spenden weitergeflossen sind, sind nach seiner Auffassung wenig bis gar nicht übermittelt worden.

Auch anderen Mitgliedern des Vereins, die sich nach der Jahreshauptversammlung schlecht informiert fühlten, kamen nach der Veranstaltung erhebliche Zweifel. Soviel sei immerhin bekannt gemacht geworden: Von den rund 48.000 Euro, die als Einnahmen genannt wurden, seien weniger als 12.000 Euro direkt oder indirekt an hilfsbedürftige Menschen geflossen. Dennoch ist die vorgestellte Summe der Ausgaben nahezu gleich hoch wie die der Einnahmen. Auch wenn so ein Verein erst einmal aufgebaut werden müsse und dadurch Kosten entstünden, bleibt nach Auffassung der enttäutschten Mitglieder eindeutig zu wenig für die Kinder in Not in Ostwestfalen-Lippe übrig. Der Zweck des Vereins, mit dem der Vorsitzende Reinhard Lehmann mit geballter Überzeugungskraft einst an sie herangetreten sei, sei kaum noch zu erkennen, zumal auf jedem Medium, das der Verein bedient (Internet, Flyer etc.) wortwörtlich das Versprechen gegeben wird: „Ihre Spende kommt garantiert zu 100% den Kindern zugute.“

Reinhard Lehmann wird mit zahlreichen Austritten aus seinem Verein rechnen müssen – und auch mit weiteren Fragen: Eine der lautesten wird dabei die sein, die Antworten zu den weiteren Geschäftsfeldern von Reinhard Lehmann verlangen. Genauer gefragt: Was geschieht mit den Einnahmen von Lehmanns Einzelfirma „Idee Verlag & Management“, die die Anzeigenaufträge für die Werbeplätze in den „Kinder in Not OWL“-Flyern und Plakaten entgegennimmt?

Wann und wie auch immer die offenen Fragen beantwortet werden, für Jürgen Ortmann und einigen weiteren bislang sehr engagierten Mitgliedern werden sie zu spät kommen. Ihre Austritte stehen nach eigenen Angaben fest. Lehmann selbst scheint sein „Kinder in Not OWL“-Projekt als Erfolg zu verbuchen. Bereits heute stand auf der eigenen Internetseite zu lesen: „Die mit Spannung erwartete Jahreshauptversammlung fand am 21. Februrar (Rechtschreibfehler wurde übernommen, die Red.) 2013 ab 19.30 Uhr in Bad Salzuflen statt. Das Ergebnis ist für den Verein, als absolut positiv zu betrachten. Die Ergebnisse können Sie hier in Kürze nachlesen.“ Und auch unter salzstreuner.de.

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Kommentare

Liebes Team vom Salzstreuner,
super wie ihr dazu beitragt das solchen Machenschaften endlich ein Ende gesetzt wird.
Im Sinne der Kinder, die hier wohl die Leidtragenden sind, ist es gut das so etwas einhalt geboten wird.
Man sollte auch nie vergessen das solche Leute, denen die Tür zu schlagen, die mit ihren Einrichtungen auf Spendengelder angewiesen sind und es ernst mit ihrer arbeit meinen.