Stadtgeschichte(n): Vom Grandhotel zum Sitz einer Hotelkette

Luisenhof

Der Luisenhof an der Herforder Straße

Zur Eröffnung sparte die Presse nicht mit Superlativen: In die „erste Reihe der deutschen Bäderhotels“ gehöre das neue Haus an der Herforder Straße, schrieb die Zeitung.

Mit der Eröffnung vom Hotel Luisenhof bekam Bad Salzuflen am 1. Juni 1933 ohne Zweifel ein Haus ersten Ranges und das modernste Hotel im Kurort. Es hatte in jedem Zimmer Bad, WC und einen eigenen Telefonanschluss. Noch heute strahlt das Gebäude den Stil des „Neuen Bauens” aus. Auch wenn dieser Stil nicht zu den von den Nationalsozialisten bevorzugten gehörte, genossen diese doch gerne den Luxus und die Annehmlichkeiten des Hauses, indem sie darin zahlreiche Veranstaltungen abhielten. Zuvor stand hier eine Gastwirtschaft: der ursprünglich vor dem Herforder Tor angelegte Gasthof  „Heinrich Koch”.
Ob es am Rang als „Erstes Haus am Platze”, der Verknüpfung der Geschichte des Hauses mit den Nationalsozialisten oder einfach an der verkehrsgünstigen Lage, an der Straße nach Herford lag: Im Saal des „Luisenhof” übergab der damalige Bürgermeister Breimann am 5. April 1945 kampflos den einrückenden amerikanischen Truppen die Stadt. Danach bestimmten zunächst auch weiterhin Uniformen das Bild im „Luisenhof”, die Briten beschlagnahmten ihn als Offiziersmesse unter dem Namen „Empire Club”.
Heute ist das Haus kein Hotel mehr: Die Maritim-Hotelgesellschaft hat hier ihren zentralen Sitz, doch in den für die Verwaltung genutzten Räumen kann man immer noch die alte Architektur erahnen.

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