Aus der Stadtgeschichte: Die alte Wandelhalle

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Palmenweg und Wandlhalle in den 1930er Jahren

Als in der Wandelhalle noch getanzt wurde …

Die Wandelhalle ist schwer im Gespräch. Abriss oder Sanierung? Neue Nutzung oder lassen, wie sie ist? Erinnern wir uns an den Vorgängerbau, der an der Stelle der heutigen Konzerthalle stand.

Steigende Kurgastzahlen verlangten nach mehr Angeboten – eines davon wurde 1912 mit der Wandelhalle geschaffen. Zwölf Jahre später musste sie bereits erweitert werden. Die Anlage gruppierte sich um eine Halle mit dem Trinkbrunnenausschank, dessen Nachbau heute noch in der „neuen” Wandelhalle zu bewundern ist. Lange Gänge umgaben vier kleine Lichthöfe und ganz im Stil der Zeit wurden Wandelhalle und Wege zu einem Palmengarten ausgestaltet. Hier flanierten in den „Goldenen 20ern” elegante Damen mit Hut und Silberfuchs, hier nahm man die gesunde Salzufler Sole zu sich und traf seinen Kavalier, den Kurschatten. Der Schatten des sogenannten „Dritten Reiches” fiel schon früh auf den Kurort: Am 4. Januar 1932 hielt Joseph Goeb-bels hier eine Rede, um Stimmen für die Landtagswahl in Lippe zu fangen.
Am 1. April 1947 war die Wandelhalle das erste Gebäude der örtlichen Infrastruktur, das die britische Besatzungsmacht räumte, um die erste Kursaison der Nachkriegszeit einzuläuten. Die Wandelhalle war bis zur Freigabe des Kurhauses ein beliebter Ort für Tanzveranstaltungen und Mittelpunkt der Kurparkbeleuchtungen (heute „Nacht der 10.000 Kerzen”).

1960 musste sie Platz machen für die Konzerthalle und die neue Wandelhalle, über deren Zukunft heute so viel diskutiert wird …

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