Stadtgeschichte(n): Wie Kliniken Bad Salzuflens Skyline veränderten

Salzstreuner Bad Salzuflen

Von den ersten Hochhäusern der Stadt.

Während die eine gerade modernisiert wird, ist eine andere gerade erst aus dem Stadtbild verschwunden: Die großen Klinikbauten prägen auch heute noch die Skyline Bad Salzuflens.

1957 wird mit der LVA-Klinik Salzetal das erste Hochhaus der Stadt und ganz Lippes eröffnet. Es gab viele Diskussionen über das Für und Wider eines solchen Baus im Salzetal. Auch nach der jüngsten Modernisierung kann man noch die Formensprache der Wirtschaftswunderjahre an dem achtstöckigen Gebäude ablesen. Bereits 1875 hatte man in Bad Salzuflen die erste Klinik gegründet: Das Sophienhaus wurde ursprünglich als Kinderheilanstalt errichtet. 1903 kam ein neues Knabenhaus, an dessen Stelle heute das Altenzentrum Bethesda steht. 1909 siedelte die gesamte Kinderheilanstalt dorthin um. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Einführung bzw. Festsetzung des Bundes Kur geht vor Rente begann der Trend zur Klinifizierung des Bades.

1971 wurde die Lipperland-Klinik errichtet und im Verbund mit dem Sophienhaus und der Klinik am Lietholz betrieben. 1974 folgte die Median-Klinik am Burggraben – mit der damals unvorstellbaren Zahl von 800 Betten. 1982 nimmt die Klinik am Kurpark (185 Betten) den Betrieb auf, 2007 erfolgt die Insolvenz. Seit Anfang 2014 wird sie abgerissen. 1987 eröffnet die Klinik Am Lietholz, 1989 wird die Klinik Flachsheide von der Dr.-Marx-Gruppe gebaut.
Zunächst sorgten die Kliniken für einen Anstieg der Kurgastzahlen und der Einnahmen. Später wurde jedoch schnell auch die Schattenseite deutlich: Die Pensionsbetriebe erlitten massive Einbußen, weil die Kostenträger der Kuren die Belegungsverträge kündigten. Später kam für das Staatsbad erschwerend hinzu, dass die Kliniken kaum Leistungen des Kurbades benötigten – sie hatten alles im Haus. Heute hat sich die Kliniklandschaft deutlich verkleinert: Sophienhaus und Fürstenhof stehen leer, die Klinik am Kurpark wird abgerissen. Millioneninvestitionen haben jedoch dafür gesorgt, dass die Lietholz-, die Lipperland-Klinik sowie die Kliniken am Burggraben auch künftig über 100.000 Übernachtungen pro Quartal aufweisen können.

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