Innenstadt bewegt: Aus Eritrea zur Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen

Die Geschichte von Zekaria Bekit (Foto: cmm)

Die Geschichte von Zekaria Bekit
(Foto: cmm)

Den Helm mit seinem Namen trägt er sichtbar mit Stolz: Seit dem 26. Juni ist Zekaria Bekit offiziell Mitglied der Löschgruppe Salzuflen in der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen.

Das Besondere: Zekaria Bekit flüchtete erst vor einem Jahr und acht Monaten aus Eritrea über den Sudan, Libyen und das Mittelmeer nach Italien und weiter nach Deutschland. Und ist jetzt der erste Flüchtling, der in Lippe auch offizielles Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr ist. „Ich helfe gerne – und ich möchte jetzt auch gerne helfen, so wie man mir in Deutschland geholfen hat”, sagt der 27-Jährige über seine Motivation.

Er interessierte sich schon immer für Technik und für diese Truppe, die wie ein Uhrwerk Hand in Hand arbeitet. „Als mir meine Nachbarin dann erzählte, dass es hier in Deutschland eine Freiwillige Feuerwehr gibt, bei der jeder mitmachen kann, bin ich einfach mal hingegangen”, erzählt er. Und so stand er eines Abends im vergangenen Dezember vor der Tür des Feuerwehrgerätehauses in der Riestestraße und wollte mitmachen. „Wir waren im ersten Moment natürlich überrascht”, berichtet Löschgruppenführer Dietmar Schnittger, aber es sei schnell klar geworden, dass der aufgeweckte junge Mann ein Gewinn für die Löschgruppe sein würde. Nachdem alles rechtlich und versicherungstechnisch abgeklärt war, begann für Zekaria das gleiche Aufnahmeverfahren wie für jeden anderen Feuerwehr-Neuling. Wenn auch mit kleineren Hindernissen: Obwohl er schon gut deutsch spricht, bereiteten gerade die Fachausdrücke zu Anfang noch Schwierigkeiten. „Bei den Dienstabenden und Übungen gibt es aber immer Kameradinnen und Kameraden, die sich besonders um Zekaria kümmern, für ihn übersetzen oder erklären”, so Schnittger. „Wenn man etwas will, dann schafft man das auch”, lacht Zekeria Bekit und ist froh über die Unterstützung seiner Kameradinnen und Kameraden. Einen echten Einsatz durfte der Vater einer bald einjährigen Tochter noch nicht mitfahren, aber sobald die Deutschkenntnisse und die Fachwörter ausreichen, wird er die Modulausbildung durchlaufen, die jeden freiwilligen Feuerwehrmann auch zum Einsatz befähigt. Seine Begeisterung für Technik und seine praktische Auffassungsgabe sind dabei sehr hilfreich – Fachbegriffe hin oder her. Diese helfen ihm auch bei seiner Ausbildung im Bereich Klima und Sanitär, die er bei einem Salzufler Handwerksunternehmen begonnen hat.

Auch wenn vieles für alle Beteiligten erst mal Neuland war: „Entscheidend ist, dass jemand in die Mannschaft passt – und das konnten wir bei Zekaria nur einstimmig bejahen”. Und so wird auch Zekaria nach der Ausbildung in den Grundmodulen seinen Pieper bekommen und gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden den Wahlspruch der Feuerwehr umsetzen: Retten – Löschen – Bergen – Schützen.

Kommentar verfassen