Innenstadt bewegt: Vorsicht ist geboten

Trickdiebstahl

Vorsicht ist geboten! Salzstreuner im Interview mit Uwe Bauer, Polizeihauptkommissar im Kreis Lippe // Foto Taschendiebstahl: ammentorp / 123RF Lizenzfreie Bilder

Wunderheiler, Großneffen und falsche Schornsteinfeger: Würden die Trickbetrüger, die auch in unseren Gefilden ihr Unwesen treiben, ihre Kreativität in etwas Sinnvolles investieren, könnte aus den meisten von ihnen durchaus etwas werden.

Uwe Bauer (Fo.) ist Erster Polizeihauptkommissar der lippischen Kreispolizeibehörde. In Sachen kriminelle Tricks und windige Geschäfte wundert er sich über nichts mehr. Umso mehr gilt seine Empfehlung, in jeder Situation besondere Vorsicht walten zu lassen.

„Immer noch und immer wieder taucht der Enkeltrick auf”, berichtet der Hauptkommissar, „aber auch falsche Schornsteinfeger, Stadtwerke-Ableser und sogar Polizisten haben in Bad Salzuflen nach wie vor Konjunktur.“ Uwe Bauer warnt dringend davor, fremde Menschen in die eigene Wohnung zu lassen: „Denn während ein Betrüger das Opfer ablenkt, kommt meist ein zweiter durch die nur angelehnte Haustür herein, um sich an den Schmuck- und Wertsachen zu bedienen.” Wenn die Person, die an der Haustür klingelt, nicht bekannt ist, empfiehlt sich ohnehin immer ein Kontrollanruf bei dem vorgegebenen Auftraggeber. Ist der Besucher seriös, wird er nichts dagegen haben.

Auch auf offener Straße wird weiterhin nach allen Regeln der Kunst betrogen. Der Geldwechsel-Trick zählt hier zu den Klassikern. Hierbei werden vornehmlich ältere Menschen angesprochen. Unter dem Vorwand, Geld wechseln zu wollen, nähern sich die Täter dem Portemonnaie des Opfers und helfen beim Suchen der Münzen. Erst nach der guten Tat wird festgestellt, dass nicht nur Münzen, sondern auch große Scheine den Besitzer gewechselt haben – ohne Gegenwert.

Generell rät der Polizeihauptkommissar zu mehr Aufmerksamkeit und Vorsicht. „Betrüger und Diebe beobachten ihre Opfer genau, um in einem unachtsamen Moment zuzuschlagen,” so Bauer. „Die Handtasche im Einkaufswagen, das auf dem Friedhofsparkplatz nur kurz abgestellte Auto, der auf dem Rücken getragene Rucksack mit Wertsachen – die Gauner wissen genau, wo sie ihre Beute finden.“ Laut Uwe Bauer gibt es unzählig viele Varianten von Aktionen, mit denen Kriminelle an das Geld anderer Leute kommen. Zudem gibt es eine hohe Dunkelziffer von Taten, die der Polizei gar nicht gemeldet werden, weil sich die Opfer schämen. Dann bleiben die Taten sogar im Verborgenen, und die Kriminellen können in Ruhe weiterarbeiten …

Kommentar verfassen