Neue Promis braucht die Stadt

Helds Welt #10

Von Uwe Voehl. Illustriert von Ulrich Tasche.

Der Bundespräsident im Lippischen Hof, die Weinkönigin zum Weinfest – der Glanz aus Politik und Showbusiness lässt auch andere nicht ruhen.

„Unser Ausschuss befasst sich mit dem Thema: Unsere Stadt muss prominenter werden“, erzählt Strohmeier und beißt genussvoll in seinen Döner.

„Wie denn, wenn alle hier geborenen Promis aus Bad Salzuflen abhauen? Erst von der Lippe, dann die Musiker. Die haben sich schon vor zwanzig Jahren verabschiedet und im Norden die Hamburger Schule begründet“, erinnert ihn Balthasar.

„Eben: So was soll sich nicht wiederholen. Heute würde es Salzufler Schule heißen – traurig, oder?“

„Wollt ihr eine Mauer bauen oder was?“, fragt Fee entsetzt.

„Nein, aber wir holen die Promis nach Bad Salzuflen. Streng geheime Aktion“, schmatzt Strohmeier.

„Ladet doch die Queen zur Kurparkeröffnung im nächsten Jahr ein!“, schlägt Fee vor.

„Oder den Rütter auf die Hundewiese?“, knurrt Strohmeier. „Ne, ne, lasst das mal die Profis machen. „Unser Arbeitskreis plant da eine ganz große Nummer, Leute …“

Als Strohmeier ausholen will, betreten breitschultrige Männer in schwarzen Anzügen den Imbiss, die finsteren Blicke hinter dunklen Sonnenbrillen verborgen. Dahinter ein Mann, den Balthasar schon mal gesehen hat. Im Fernsehen.

„Den hab ich mir größer vorgestellt“, flüstert Fee.

„Dabei trägt er noch Einlagen!“, verrät Strohmeier.

„Und wie habt ihr ihn aus der Türkei hierhergelockt?“

„Mit dem Versprechen, hier den besten Döner der Welt zu bekommen!“

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