Ein Blitz und ein Brand

Man sieht sie in der Innenstadt von überall. Ihr markanter Zwiebelturm ist ein Wahrzeichen unserer Stadt. Doch ursprünglich sah die evangelisch-reformierte Stadtkirche auf dem Hallenbrink ganz anders aus.

Ausgerechnet im Siebenjährigen Krieg traf die Kirche ein Schlag, der ihr Aussehen für immer veränderte. Der Ursprungsbau geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Die wuchtigen Mauern des Turms zeugen noch davon. Damals krönte eine 76 Meter hohe Spitze den Kirchturm. Er machte die Salzufler sehr stolz und ihren Glauben sowie ihre Gottesfurcht weithin sichtbar. Jedoch wurde der Turm für die Stadtkirche und für einige Teile der Stadt zum Verhängnis. Am 5. November 1762 entlud sich nämlich ein kräftiges Gewitter über der Stadt. Nach den Überlieferungen traf ein Wetter-Strahl die Spitze des Turms. Die Kirche wurde biß auf den Grund durch die Feuer-Flammen bey einem entsetzlichen Wind-Sturm consumirt und eingeäschert. Zu Deutsch: Die einzige Kirche der Stadt brannte bis auf die Grundmauern nieder. Zudem wurden neben dem Pfarrhaus, der Schule, dem Armenhaus und der Lehrerwohnung auch dreizehn Privathäuser zu Opfern der Flammen. 

Weder die Bürgerfeuerwehr noch die rund 200 Helfer aus Stadt und Umkreis (sogar aus Schötmar) konnten das Inferno stoppen. Vom Hallenbrink bis zum Ostertor (an der Einmündung der Grabenstraße) muss sich ein Bild der Verwüstung geboten haben.

Knapp drei Monate vor dem Ende des Siebenjährigen Krieges stand die gebeutelte Stadt nun vor der großen Aufgabe des Wiederaufbaus. Jedoch erhielt sie Unterstützung. Aus vielen Orten – von Vlotho bis Osnabrück und sogar aus Hamburg – gingen Spenden ein. Die dortigen reformierten Gemeinden und Handelshäuser zählten sogar zu den Groß-Spendern, was auf gute Verbindungen zwischen dem Salzlieferanten Salzuflen und den norddeutschen Handelsplätzen schließen lässt.

1765 wurde die neue Kirche feierlich eingeweiht. Doch es dauerte 20 Jahre, bis sie ihren neuen verkupferten Helm und damit ihr heutiges Aussehen bekam. Die Spitze ist heute übrigens nur noch 54 Meter hoch.

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Das meinen andere Leser zu "Ein Blitz und ein Brand":


schrieb am

Zeigen sie doch im nächsten Heft nochmals das Bild und dazu die historische Stadtsilhouette von Merian mit dem alten Kirchturm.

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