Marktplatz und Begastraße Schötmar, 1920
Marktplatz Schötmar mit Blick auf die Begastraße (1920) // Foto: Chronik Schötmar

Maskierte Gesichter auf den Straßen, leere Gastro-Betriebe und überall der Geruch von Desinfektionsmittel. Wie Bad Salzuflen im geschichtsträchtigen Corona-Jahr 2020 ausgesehen hat, das haben wir aktuell noch vor Augen. Mehr Spaß als ein Jahresrückblick macht deshalb eine Zeitreise: Was ereignete sich in Bad Salzuflen genau 100 Jahre vor der Pandemie?

Foto Wischdamm zwischen Schötmar und Bad Salzuflen, 1920
Wischdamm zwischen Schötmar und Bad Salzuflen (1920) // Foto: Stadtarchiv

1920: In Bad Salzuflen begann auch dieses Jahr alles andere als optimal. Der sich damals noch durch Schötmar schlängelnde und mittlerweile umgeleitete Breder Bach überschwemmte die Heldmanstraße und kostete zwei Schweinen das Leben. Eine Ziege konnte aber gerettet werden. Apropos Schötmar: 1920 wurde die Stadtwerdung des heutigen Salzufler Ortsteils ordentlich vorangetrieben. Dafür wurden im Laufe des Jahres 1920 alle wichtigen politischen Grundlagen geschaffen. Auch flächenmäßig hatte sich einiges getan: Gut die Hälfte der Domäne Heerse sowie Teile des Stietencron‘schen Ritterguts gingen an Schötmar. Dadurch vergrößerte sich die aufstrebende Industriestadt um mehr als das Doppelte. Schon ein Jahr später wurden Schötmar die Stadtrechte verliehen, die es mit einer Unterbrechung zwischen 1932 und 1933 bis zur kommunalen Neuordnung von Bad Salzuflen im Jahr 1969 behalten sollte. Erst seitdem umfasst die Kurstadt die Großgemeinde in der Form, in der wir sie heute kennen – inklusive Schötmar als Ortsteil.
Auch vor 100 Jahren machte man sich in Bad Salzuflen übrigens Sorgen um die Wirtschaft. Vielleicht sogar noch mehr als heute. Denn die Inflation in Deutschland spitzte sich immer weiter zu. Die Bad Salzufler bekamen das durch rationierte Lebensmittel und horrende Gas- und Wasserpreise zu spüren. Die Folge waren zahlreiche Einbrüche und Diebstähle überall in der Stadt. In der Schuhfabrik Gottschalk & Blanke in der heutigen Asper Straße ließen Ganoven über 62 Paar Lederhausschuhe mitgehen.

Foto Neue Straße, 1920
Neue Straße (1920) // Foto: Stadtarchiv

Turbulente Zeiten, damals wie heute. Und wer weiß, vielleicht blicken wir in den Stadtgeschichte(n) in ferner Zukunft mal ins Jahr 2020 zurück. In ganz, ganz ferner Zukunft. Und auch nur vielleicht …

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